LWL zieht Leistungsbilanz 2025 für Herne

LWL – Museum für Archeologie – Herne

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat seine finanzielle Bilanz für das vergangene Jahr vorgelegt: Im Jahr 2025 flossen rund 133,9 Millionen Euro an Verbandsmitteln in die Stadt Herne, nach 123 Millionen Euro im Vorjahr.

Demgegenüber stand ein städtischer Mitgliedsbeitrag in Höhe von rund 68,8 Millionen Euro (2024: 65,2 Millionen Euro). Die Differenz zwischen Einzahlungen und Rückflüssen speist sich im Wesentlichen aus zusätzlichen Bundes- und Landesmitteln, die der Kommunalverband treuhänderisch verwaltet und zweckgebunden in der Region einsetzt. In der LWL-Landschaftsversammlung wird Herne durch die SPD-Abgeordneten Petra Herrmann-Kopp und Elisabeth Majchrzak-Frensel vertreten.

Den Löwenanteil der Ausgaben bildete die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen: 63,6 Millionen Euro flossen im abgelaufenen Jahr in konkrete Unterstützungsleistungen für insgesamt 2.075 Herner Bürgerinnen und Bürger. Ziel der finanziellen Hilfen ist es, ein möglichst selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben inmitten der Gesellschaft zu ermöglichen.

Fokus auf Arbeitsmarkt, Werkstätten und selbstbestimmtes Wohnen

Ein wesentlicher Baustein ist die Teilhabe am Arbeitsleben. Im Jahr 2025 finanzierte der Verband 671 Plätze für Menschen mit wesentlicher Behinderung in anerkannten Werkstätten. LWL-Direktor Dr. Georg Lunemann betont jedoch den klaren Willen zur Reform: Die Landschaftsversammlung hat beschlossen, bis zum Jahr 2030 zehn Prozent der Werkstattbeschäftigten in Westfalen-Lippe in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Gleichzeitig wolle der Kommunalverband selbst mit Vorbildcharakter vorangehen und die interne Schwerbehindertenquote auf zehn Prozent anheben, das Doppelte der gesetzlichen Vorgabe.

Unternehmen, die die gesetzliche Fünf-Prozent-Quote nicht erfüllen, zahlen eine Ausgleichsabgabe. Aus diesem Topf investierte der LWL 2025 in Herne rund 384.057 Euro – deutlich mehr als die 127.124 Euro des Jahres 2024 –, um bestehende Arbeitsplätze behindertengerecht umzugestalten, Arbeitsverhältnisse zu sichern oder Menschen neu in Betriebe und Verwaltungen einzugliedern.

Parallel dazu verzeichnet das selbstständige Wohnen kontinuierlichen Zuspruch. Statt stationärer Betreuungsformen fördert der Verband gezielt ambulante Angebote: 687 Hernerinnen und Herner erhielten im vergangenen Jahr finanzielle Hilfen für das betreute Wohnen in den eigenen vier Wänden.

Inklusion von klein auf und wirtschaftlicher Faktor vor Ort

Bereits im frühkindlichen Bereich setzt die finanzielle Förderung an. Damit 295 Kinder mit Handicap gemeinsam mit Gleichaltrigen ohne Behinderung eine reguläre Kindertagesstätte in Herne besuchen konnten, stellte der Verband 2,4 Millionen Euro bereit. Weitere 133 Kinder aus dem Stadtgebiet wurden an LWL-eigenen Förderschulen unterrichtet. An Entschädigungsleistungen, etwa für Hinterbliebene und Kriegsopfer, zahlte der LWL vor Ort rund 1,8 Millionen Euro aus.

Auch als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor prägt der Kommunalverband die Stadtstruktur: Direkt beim Verband waren 2025 in Herne 199 Beschäftigte in der Maßregelvollzugsklinik, der Tagesklinik sowie im LWL-Museum für Archäologie und Kultur tätig. Über die Vergütung sozialer Dienstleistungen refinanzierte der LWL zudem indirekt rund 948 Stellen auf dem ersten Arbeitsmarkt, etwa bei lokalen Wohlfahrtsverbänden und freien Trägern.

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