Die Nacht der Industriekultur lockte mit hochkarätigen Programmen nach Herne, litt jedoch unter den extremen sommerlichen Temperaturen.

Die diesjährige ExtraSchicht wird den Beteiligten wohl als eine der heißesten Nächte in der Geschichte der Industriekultur in Erinnerung bleiben. Am Samstag verwandelte eine brutale Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius das gesamte Ruhrgebiet in einen Glutofen. Diese extremen Wetterbedingungen wirkten sich spürbar auf das Traditionsfestival aus: An fast allen der rund 50 Spielorte im Revier, so auch in Herne, verzeichneten die Veranstalter einen insgesamt mäßigen Zulauf. Die Besucher, die sich trotz der tropischen Temperaturen auf den Weg machten, suchten gezielt nach Schatten und Abkühlung. Die Organisatoren setzten kurzfristig kreative Maßnahmen um, kamen logistisch angesichts der extremen Hitze jedoch teilweise an ihre Belange und Grenzen.

Flottmann-Hallen punkten mit Silent-Disco und Wasserzerstäubern

In den traditionsreichen Flottmann-Hallen in Herne wurde in dieser Nacht vier Jahrzehnte lebendige Kulturgeschichte gefeiert. Während das hauseigene theaterkohlenpott mit dem Stück „Pinocchio“ das Publikum begeisterte und die Artisten der Compagnie Benjamin Richter für Staunen sorgten, verlagerte sich das Geschehen wetterbedingt. Die Live-Musik-Bühnen vor den Hallen erhielten wegen der drückenden Luft erst sehr spät am Abend nennenswerten Zulauf. Um den Gästen die Situation erträglicher zu machen, installierten die Verantwortlichen neben den Food-Trucks spezielle Wasserzerstäuber. Großer Beliebtheit erfreute sich zudem das klimatisierte Theater im Inneren sowie die spätere Silent-Disco, bei der die tanzende Gemeinschaft mit Kopfhörern im kühleren Außenbereich feierte.

Klimatisiertes LWL-Museum wird zur kulinarischen Oase

Ein ähnliches Bild zeigte sich am zweiten Herner Spielort, dem LWL-Museum für Archäologie und Kultur. Unter dem passenden Motto „Mahlzeit und Glück auf“ lockte das Haus mit einer Mischung aus Zauberkunst von Schmitz-Backes, mitreißendem Swing der „Zucchini Sistaz“ und Führungen im echten „Ruhrpott-Schnauze“-Stil. Als absoluter Segen erwies sich hier die leistungsstarke Klimaanlage des Museumsgebäudes, die den Gästen bei den Touren durch die Sonderausstellung eine dringend nötige Atempause verschaffte. Zudem reagierten die Verantwortlichen flexibel auf die Wetterlage: An allen Spielorten war es den Besuchern ausnahmsweise gestattet, eigene Trinkflaschen mit auf das Gelände zu bringen. Draußen trotzten die Gäste bei stilechter Currywurst und „Jazz & Eis“ von Eismann Skotty den Temperaturen bis tief in die Nacht.