Mondpalast zeigt Komödie über Mehrgenerationen-WG

Regisseur Sigi Domke, Theaterdirektor Marvin Boettcher und Regisseur Roland Heitz im Mondpalast von Wanne-Eickel

Foto: Jenny Musall

Im Mondpalast Wanne-Eickel zieht bald neues Leben ein. Die Komödie »Alle(t) unter einem Dach« feiert am 30. September Premiere. Dabei nimmt sie den Alltag einer bunten Wohngemeinschaft aufs Korn.

Der Mondpalast Wanne-Eickel bringt mit der Premiere am 30. September 2026 eine neue Komödie auf die Bühne im Ruhrgebiet. Bei einer Pressekonferenz stellten Theaterdirektor Marvin Boettcher, Hausautor Sigi Domke und Regisseur Roland Heitz das neue Werk »Alle(t) unter einem Dach« vor. Sieben grundverschiedene Menschen wagen darin das Experiment, eine Mehrgenerationen-WG in einer alten Villa zu gründen. Zwischen Babygeschrei, Alt-Rockern und einem alleinerziehenden Clown prallen dabei völlig unterschiedliche Lebensentwürfe aufeinander. Das Stück beleuchtet mit viel Witz die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen rund um Einsamkeit und das Miteinander im Revier.

Neue Komödie im Mondpalast Wanne-Eickel beleuchtet Gemeinschaft und Wohnungsnot

Die Idee zu der turbulenten Geschichte entspringt einer Beobachtung, die viele Menschen mitten im Ruhrgebiet betrifft. Angesichts von steigenden Mieten, Wohnungsnot und sozialer Isolation sehnen sich etliche Generationen nach neuen Formen des Zusammenlebens. Auf der Bühne des Volkstheaters wird diese Konstellation jedoch zum handfesten Zündstoff für komödiantische Reibereien. „Wir bemühen uns immer, auf Themen zuzugreifen, die eine Relevanz haben“, erklärte Sigi Domke während der Vorstellung. Wenn Babywindeln auf Partylaune treffen, gerät selbst der gutmütigste WG-Haushaltsplan schnell ins Wanken.

Das Publikum darf sich auf Typen freuen, die direkt aus dem Ruhrgebietsalltag gegriffen wirken. Ein gestresster Architekt versucht vergeblich, Ordnung in das Chaos zu bringen, während seine schwangere Frau mit den Nerven kämpft. Dazwischen mischen feierwütige Senioren und eine smartphonefixierte Jugendliche den Alltag auf. „Der Mondpalast steht ja immer schon da, um Charakter und Leute zusammenzubringen, wo man auf den ersten Blick sagen würde, die passen vielleicht nicht übrigens“, erklärte Marvin Boettcher zur Auswahl des Stoffs. Am Ende zeigt sich auf der Bühne, ob gemeinsame Lacher und Musik die Hürden des Alltags überwinden können.

Regie und Ruhrgebietshumor bringen turbulente Generationen auf die Bühne

Regisseur Roland Heitz sieht in der Ensemble-Arbeit die Chance, ein echtes Mehrgenerationenstück für die ganze Familie zu inszenieren. Vom stolzen Boomer über die gestressten Millennials bis hin zur Generation Z bekommt jede Altersgruppe ihren eigenen Spiegel vorgehalten. Selbst ein gemeinsamer Ausflug in einen Escape-Room stiftet im Handlungsverlauf mehr Verwirrung als Zusammenhalt. „Und durch den Clown ändert sich dann alles nochmal“, verriet Heitz über eine emotionale Wendung im Stück. Die Mischung aus Nachdenklichkeit und handfester Ruhrpott-Komik verspricht einen Abend mit hohem Wiedererkennungswert für das Publikum.

Für das Haus in Wanne-Eickel markiert die Produktion gleichzeitig den Beginn einer dichten Theatersaison. Nach einem erfolgreichen Sommertheater mit tausenden Besuchern steht für das Ensemble kaum eine Atempause an. Neben der Herbstproduktion laufen bereits die Vorbereitungen für die anstehende Weihnachtszeit auf Hochtouren. „Die Motivationskosten sind in den letzten Jahren gestiegen, was Gott sei Dank gut ankommt. Man könnte es mit dem Mondpalast anders aussehen“, ordnete Marvin Boettcher den dichten Spielplan ein. Karten für die Premiere und die kommenden Vorstellungen sind ab sofort für alle Theaterfreunde erhältlich.

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