
Sie haben „Sport und Sprache“ am Pestalozzi-Gymnasium und an der Erich-Fried-Gesamtschule zum festen Bestandteil im Schulalltag gemacht: (von links) Pippa Goch (Kommunales Integrationszentrum Herne), Cordula Klinger-Bischof (Ruhrwerk e.V.), Cornelia Lengert-Scholz (Ruhrwerk e.V.) und Frank Stieglitz (Stadtsportbund Herne) mit den teilnehmenden Schülerinnen Alquamal, Abdulova und Schliakhtyna.
(c) Ruhrwerk
Sprache lernen durch Bewegung: Die Initiative „Sport und Sprache“ stärkt neu zugewanderte Kinder und Jugendliche an zwei Herner Schulen in Sprache und Alltag.
Das Kooperationsprojekt „Sport und Sprache“ verbindet körperliche Aktivität mit gezielter Sprachförderung für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler in Herne. Getragen wird die Initiative von Ruhrwerk e.V., dem Stadtsportbund Herne und dem Kommunalen Integrationszentrum. Das Konzept hat sich inzwischen als fester Baustein am Pestalozzi-Gymnasium sowie an der Erich-Fried-Gesamtschule etabliert. Einmal pro Woche trainieren Jugendliche aus den Willkommensklassen der Jahrgänge 6 bis 9 gemeinsam und erweitern ihren Wortschatz. Die beteiligten Partner betonen den nachhaltigen Erfolg der Methodik für das gegenseitige Verständnis im Schulalltag.
Spielerische Sprachförderung in den Willkommensklassen
Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen weisen häufig sehr unterschiedliche Vorkenntnisse beim Erlernen der deutschen Sprache auf. Qualifizierte Sprachlernbegleiter kombinieren deshalb sportliche Koordinationsübungen gezielt mit praxisnahen Sprachaufgaben und Bewegungsspielen. Ruhrwerk-Vorsitzende Cordula Klinger-Bischof erklärt, man fördere ein Projekt, das Sprachentwicklung, Integration und Gemeinschaft gleichermaßen stärke. Die positiven Entwicklungen der teilnehmenden Kinder bestätigten den Verein darin, diesen gewählten Weg konsequent weiterzugehen. Durch die ständige Interaktion beim Sport fallen Hemmungen, neu gelernte Vokabeln im Gespräch direkt auszuprobieren.
Frank Stieglitz vom Stadtsportbund Herne hebt hervor, dass Sport Menschen unabhängig von Herkunft und Sprache miteinander verbinde. Durch gemeinsame Bewegung entstünden wertvolle Begegnungen, die Sprachbarrieren abbauen und Integration ganz selbstverständlich vorantreiben. Pippa Goch vom Kommunalen Integrationszentrum berichtet aus der Praxis, dass Kinder im gemeinsamen Spiel miteinander sprechen und voneinander lernen. Sie beobachtet, wie die Jugendlichen im aktiven Tun schrittweise spürbare Sicherheit im alltäglichen Umgang mit der deutschen Sprache gewinnen. Das gegenseitige Helfen im Team stärkt dabei das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Neue Freundschaften und Selbstvertrauen durch Bewegung
Neben den Fortschritten im Spracherwerb wirkt sich das Projekt auch positiv auf das soziale Miteinander in den Schulen aus. Cornelia Lengert-Scholz aus dem Team von Ruhrwerk betont, dass die Kinder sprachliche Sicherheit, Selbstvertrauen und neue Freundschaften gewinnen. Es sei schön zu sehen, wie schnell innerhalb der heterogenen Gruppen echte Gemeinschaft und Zusammenhalt entstehen. Die Resonanz der beiden beteiligten Schulen fällt durchweg positiv aus und unterstreicht den messbaren Bildungserfolg. Die Initiative gilt als gelungenes Vorbild dafür, wie Bildung, Sport und gesellschaftliche Teilhabe ineinandergreifen können.
