
LWL Museum für Archäologie
(c) Jenny Musall
Mehr Sicherheit und höhere Aufenthaltsqualität: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) plant eine Neugestaltung des Außengeländes am Museum für Archäologie und Kultur in Herne-Mitte. Mit einer Kombination aus Zaun und natürlicher Hecke soll das Areal künftig besser vor Vandalismus und unbefugter Nutzung geschützt werden.
Über das Vorhaben informierten die Stadt Herne und der LWL in einem gemeinsamen Pressegespräch am Dienstag, 8. September 2026. Notwendig wird die Maßnahme durch wiederholte Vorfälle in der Vergangenheit. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden, wenn die soziale Kontrolle auf dem weitläufigen Außengelände fehlt, kam es immer wieder zu unbefugtem Aufenthalt und Beschädigungen. Selbst während des regulären Museumsbetriebs sahen sich Besucherinnen und Besucher vereinzelt Belästigungen ausgesetzt. Die bauliche Neuordnung soll diese Sicherheitsrisiken minimieren und zugleich den Schutz der Museumsbelegschaft stärken.
Grüne Barriere und geänderte Wegeführung
Die geplante Einfriedung verbindet Schutzfunktion mit landschaftsplanerischer Einbindung. Vorgesehen ist eine natürliche Hainbuchenhecke, in die ein zwei Meter hoher Zaun integriert wird. Der geschützte Bereich erstreckt sich künftig um das Hauptgebäude mit den Dauer- und Sonderausstellungen, schließt das westlich gelegene Grabungscamp und den Kinderspielplatz mit ein und umfasst auch den baumbestandenen Platz im Südosten. Um die optische Verzahnung mit dem Herner Stadtraum zu bewahren, werden entlang der Holsterhauser Straße und am Europaplatz architektonisch ansprechende Tore und Zaunelemente eingesetzt.
Mit der Umgestaltung ändert sich auch die Zuwegung grundlegend. Künftig gelangen Gäste ausschließlich vom Europaplatz über den Haupteingang auf das Museumsgelände. Der bisherige offene Durchgang von der Museumsstraße wird dauerhaft geschlossen. Die Einzäunung eröffnet der Kultureinrichtung neue Perspektiven: Das Freigelände lässt sich künftig in einem kontrollierten Rahmen flexibler und intensiver für museumseigene Freiluftveranstaltungen nutzen.
Städtebauliche Aufwertung und politische Abstimmung
Flankierend zu den Sicherungsmaßnahmen investiert der Landschaftsverband in die Attraktivität der Außenanlagen. Moderne Beleuchtungsanlagen sollen das Sicherheitsgefühl steigern, während zusätzliche Fahrradabstellplätze und neu gepflanzte Bäume für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Vor dem ersten Spatenstich stehen noch formale Schritte an: Weil der Zaunverlauf an einzelnen Stellen von den exakten Flurgrenzen abweicht, bereinigen die Stadt Herne und der LWL zuvor die entsprechenden Grundstücksflächen. Parallel dazu wird das behördliche Brandschutzkonzept an die veränderten Rettungs- und Zugangswege angepasst. Vertreter des LWL werden die Umbaupläne in den anstehenden Fachausschüssen der Herner Kommunalpolitik mündlich erläutern.
