Am vergangenen Samstag trainierten die Feuerwehr Herne, das THW Wanne-Eickel und die Deutsche Bahn die Evakuierung eines Personenzuges. Die anspruchsvolle Übung forderte die Einsatzkräfte besonders durch die schwierige geografische Lage des fiktiven Schadensortes heraus.
Am Samstag, den 9. Mai 2026, kam es im Rahmen einer geplanten Notfallübung zu einem Großeinsatz an einer Bahnbrücke in Herne. Simuliert wurde ein Oberleitungsschaden, der einen Personenzug auf offener Strecke zum Stillstand brachte. Insgesamt mussten 13 Personen, unter ihnen zwei Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, aus den Waggons evakuiert werden. Da der Zug direkt auf einer Brücke stehen geblieben war, gestaltete sich der Zugang für die Rettungskräfte äußerst komplex. Der Weg zur nächstgelegenen sicheren Straße führte über einen steilen Abhang, was präzise Planung und technisches Geschick erforderte.
Technische Präzision: Rampenbau und Steckleitertreppen
Um die Evakuierung einzuleiten, beförderten die Einsatzkräfte zunächst notwendiges Material mit einer Hub- und Arbeitsbühne direkt auf das Brückenbauwerk. Dort errichteten sie eine Rampe, um den Passagieren einen unbeschadeten Ausstieg aus dem Zug zu ermöglichen. Parallel dazu arbeiteten die Kräfte der Feuerwehr und des THW Hand in Hand am Bahndamm. Sie konstruierten eine behelfsmäßige Treppe, bei der Steckleitern der Feuerwehr mit speziellem Sicherungsmaterial des Technischen Hilfswerks kombiniert wurden. Über diese gesicherte Konstruktion konnten die Betroffenen schließlich den steilen Abhang sicher überwinden und zum Sammelplatz geführt werden.
Erfolgreiche Kooperation ehrenamtlicher Einsatzkräfte
Die Übung lieferte den beteiligten Organisationen wertvolle Erkenntnisse über die Zusammenarbeit in komplexen Bahnunfallszenarien. Ein Sprecher des Löschzugs Baukau betonte nach dem Einsatz, dass die Übung sehr erfolgreich verlaufen sei und man die wichtige Kooperation zwischen Feuerwehr und THW gewinnbringend trainiert habe. Besonders hervorzuheben sei, dass der Einsatz fast ausschließlich durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gestemmt wurde. Ein Dank der Veranstalter richtete sich zudem an die Deutsche Bahn, die diese realitätsnahe Übungsmöglichkeit auf ihren Anlagen zur Verfügung gestellt hatte. Solche regelmäßigen Trainings sind essenziell, um im realen Notfall schnell und professionell reagieren zu können.
