Welle von Trickbetrug in Herne

Polizei

(c) Hendrik Klein

Gleich drei perfide Taten an einem einzigen Tag: Die Polizei warnt eindringlich vor Kriminellen, die gezielt ältere Menschen ins Visier nehmen. In Herne erbeuteten Betrüger am Donnerstag unter Vorwänden Schmuck und Bargeld, stießen Senioren gewaltsam zur Seite und flüchteten.

Besonders skrupellos gingen die Täter an der Gysenbergstraße vor. Gegen 10:30 Uhr erhielt ein 74-jähriger Herner einen Anruf eines angeblichen Polizeibeamten. Der Anrufer tischte dem Senior die Lügengeschichte auf, seine Daten seien „gehackt“ worden und seine Wertsachen im Haus nicht mehr sicher. Dem Betrüger gelang es, den Mann so weit unter Druck zu setzen, dass dieser sich bereit erklärte, seine Ersparnisse einem Boten zur Verwahrung zu übergeben. Wenig später stand ein Abholer vor der Tür und nahm Schmuck sowie Bargeld entgegen. Als der 74-Jährige im letzten Moment misstrauisch wurde, zeigte der Unbekannte sofort Gewalt: Er schubste den Senior rabiat weg, sodass dieser sich leichte Verletzungen zuzog, und flüchtete mit der Beute.

Der Täter wird als maximal 30 Jahre alt, etwa 1,76 Meter groß, mit dunkelblonden, nach hinten gegelten Haaren beschrieben. Er sprach akzentfreies Deutsch und trug einen dunkelblauen oder schwarzen Jogginganzug mit auffälligen weißen Applikationen an den Ärmeln.

Falsche Handwerker dringen in Wohnungen ein

Nur wenige Stunden später schlugen mutmaßliche Trickdiebe im Herner Stadtgebiet erneut zu. Gegen 16:10 Uhr klingelte ein Mann an der Wohnung eines 89-Jährigen im Bereich Aschebrock und gab sich als Heizungsableser aus. Kaum hatte der Senior geöffnet, schubste der Fremde ihn zur Seite und drang in die Räume ein. Erst als ein Nachbar durch die Geräusche stutzig wurde und an der Tür läutete, ergriff der Kriminelle die Flucht. Der Gesuchte ist etwa Anfang bis Mitte 30, 1,80 bis 1,85 Meter groß, hat einen dunkleren Teint und trug ein weißes T-Shirt, helle Jeans, einen Rucksack sowie eine Mappe mit Dokumenten.

Rund 30 Minuten später, gegen 16:40 Uhr, wiederholte sich die Masche am Fliederweg. Dort verschaffte sich ein angeblicher Handwerker unter dem Vorwand, Zählerstände kontrollieren zu müssen, Zutritt zur Wohnung einer betagten Frau. Während er die Seniorin ablenkte, durchsuchte er Schränke nach Wertsachen und stahl Goldschmuck. Als die Bewohnerin die Situation durchschaute, rannte der Mann zu Fuß in Richtung Krokusweg davon. Er soll ebenfalls 1,80 bis 1,85 Meter groß und schlank sein, trug kurze Haare, eine dunkle Hose sowie ein weißes Oberteil.

Wichtige Verhaltensregeln und Zeugenaufruf

Die Polizei Bochum/Herne nimmt die Vorfälle zum Anlass für eine deutliche Warnung:

  • Echte Polizeibeamte: Die Polizei fordert Bürgerinnen und Bürger niemals am Telefon auf, Geld oder Wertgegenstände zur Verwahrung an Unbekannte auszuhändigen.

  • Leitung prüfen: Beenden Sie verdächtige Telefonate sofort und achten Sie darauf, dass der Hörer richtig aufliegt. Täter halten Leitungen teils bewusst offen, um Rückrufe abzufangen.

  • Notruf 110: Wählen Sie den Notruf eigenhändig – nutzen Sie keinesfalls Wahlwiederholungen oder Rufnummern, die Anrufer Ihnen genannt haben.

  • Fremde an der Haustür: Lassen Sie Handwerker nur nach vorheriger schriftlicher Ankündigung durch Vermieter oder Hausverwaltung in die Wohnung.

Hinweise zu den Tätern oder zu verdächtigen Fahrzeugen in den genannten Bereichen nimmt die Kriminalpolizei unter den Rufnummern 0234 909-4135 oder über die Kriminalwache unter 0234 909-4441 entgegen.

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