
Hanniball-Arena / Herner EV
(c) Sebastian Sendlak
Ein Wochenende zum Vergessen für den Herner EV: Die Miners sind mit zwei Niederlagen in die neue Saison der Oberliga Nord gestartet. Während das Team von Neu-Trainer Lenny Soccio beim Heimauftakt vor rund 1.500 Fans gegen die abgezockten Tilburg Trappers mit 0:5 (0:2, 0:1, 0:2) chancenlos blieb, verspielten die Gysenberg-Kufenflitzer am Sonntagabend bei den Hannover Indians am Pferdeturm gleich dreimal eine Führung und unterlagen nach einem späten Einbruch im Schlussabschnitt mit 3:5 (1:1, 2:1, 0:3).
Zum Saisonauftakt am Freitagabend in der stimmungsvollen Hannibal-Arena bekamen die Miners die geballte Klasse des niederländischen Serienmeisters zu spüren. Die Tilburg Trappers überrollten den HEV von Beginn an mit enormem Tempo. Bereits nach knapp drei Minuten fälschte Marco Cavalleri einen Distanzschuss unhaltbar an HEV-Schlussmann Dieter Geidl vorbei ins Netz ab. Ein gravierender Scheibenverlust hinter dem eigenen Kasten ermöglichte Delaney Hessels in der 13. Minute das 0:2. Im Mitteldrittel scheiterte Gianluca Balla bei der besten Herner Großchance am überragenden Gästekeeper Cedrick Andree, ehe erneut Cavalleri per Beinschuss auf 3:0 für die Gäste erhöhte. Im Schlussdrittel brachen die Offensivbemühungen des HEV (nur fünf Schüsse gegenüber 20 Versuchen der Trappers) vollends ein: Jakob Stridsberg und Max Hermens im Powerplay besiegelten den ernüchternden 0:5-Endstand.
Dreimalige Führung am Pferdeturm reicht nicht für Zählbares
Umso entschlossener präsentierten sich die Grün-Weiß-Roten am Sonntagabend vor 2.481 Zuschauern am traditionsreichen Pferdeturm. Für Brisanz sorgte die Rückkehr ehemaliger Indians-Akteure im HEV-Trikot sowie von Chefcoach Lenny Soccio an seine alte Wirkungsstätte. Und der Start glückte perfekt: Exakt zwei Minuten waren von der Uhr, als ausgerechnet Ex-Indianer Dennis Palka die Miners mit 1:0 in Front schoss. Zwar glich Alec Zawatsky im Powerplay für Hannover aus, doch Herne schlug im Mittelabschnitt erneut eiskalt zu.
Zunächst brachte Matteo Stöhr die Gäste nach einem schnellen Konter wieder in Führung (32.). Zwar egalisierte Hannovers Tyler McNeely kurz darauf zum 2:2, doch noch vor der zweiten Pausensirene schlug mit Sofiene Bräuner der nächste Ex-Hannoveraner im Herner Dress zu und traf zum 3:2 (39.).
Blackout nach der Pause und Empty-Net-Entscheidung
Die Hoffnung auf die ersten Saisonpunkte zerschlug sich jedoch unmittelbar nach Wiederbeginn: Ganze 13 Sekunden waren im Schlussdrittel gespielt, als McNeely die Herner Hintermannschaft kalt erwischte und zum 3:3 ausglich. Während Hannover nun das Momentum nutzte, verlor der HEV den defensiven Zugriff. Jussi Petersen drehte die Partie in der 51. Minute mit dem 4:3 endgültig zugunsten der Hausherren.
In den Schlussminuten riskierte Soccio alles und nahm Torhüter Ole Blumenkamp für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Doch das Aufbäumen blieb unbelohnt: 58 Sekunden vor der Schlusssirene traf Zawatsky ins verwaiste Herner Gehäuse zum 3:5-Endstand. Neben der defensiven Anfälligkeit in den Schlussminuten wog vor allem das maue Special-Team-Verhältnis schwer: Während Hannover eine von zwei Überzahlchancen verwertete, blieben die Miners in allen drei eigenen Powerplay-Situationen ohne Torerfolg.
