Im LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne steht am kommenden Wochenende das Essen im Mittelalter im Mittelpunkt. Eine Sonderausstellung und Mitmachangebote richten sich besonders an Familien. Der Eintritt zu den Programmen ist frei.
Wie Menschen im Mittelalter aßen, steht am 31. Januar und 1. Februar im LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne im Fokus. Das Familienwochenende trägt den Titel „Gar nicht unappetitlich – Das Mittelalter in Westfalen“. Anlass ist die aktuelle Sonderausstellung „Mahlzeit!“. Besucherinnen und Besucher erhalten Einblicke in Ernährung, Esskultur und Alltagsleben vor rund 700 Jahren. Das Angebot richtet sich vor allem an Familien mit Kindern und Jugendlichen.
An beiden Tagen begegnen die Gäste zwischen 11 und 18 Uhr Darstellerinnen und Darstellern der Living-History-Gruppe „IG-Hochgotik“. Sie zeigen, welche Lebensmittel im mittelalterlichen Westfalen verfügbar waren und wie stark Ernährung von den Jahreszeiten abhing. Thematisiert wird auch, was damals als gesund galt und welche Rolle gemeinsame Mahlzeiten im Alltag spielten.
Neben Speisen stehen Tischsitten und Redewendungen im Mittelpunkt. Fragen wie das Essen ohne Besteck oder die Herkunft bekannter Ausdrücke werden anschaulich erklärt. Ein Modell eines niederdeutschen Stadthauses verdeutlicht die Bedeutung von Herd und Küche für das tägliche Leben.
Religion und Alltag am Tisch
Auch religiöse Aspekte finden Raum im Programm. Fachleute erläutern, wie Mönche ihre Mahlzeiten in Stille einnahmen und dennoch miteinander kommunizierten. Damit wird deutlich, dass Essen im Mittelalter nicht nur Nahrungsaufnahme war, sondern Teil sozialer und kultureller Ordnung.
Am Sonntag, 1. Februar, ergänzen zwei öffentliche Führungen das Familienwochenende. Um 13 Uhr führt der Rundgang „gesucht. gefunden. ausgegraben.“ durch die Dauerausstellung. Dabei geht es um archäologische Funde aus Westfalen, darunter ein Faustkeil aus Mammutknochen und das Grab des Fürsten von Beckum.
Um 15 Uhr folgt eine Führung durch die Sonderausstellung „Mahlzeit“. Sie beleuchtet Essen als gesellschaftliches Ritual von der Antike bis zur Gegenwart und zeigt, wie Macht, Zugehörigkeit und Wandel am Tisch sichtbar werden.
Die Teilnahme an allen Programmpunkten ist kostenfrei. Zu zahlen ist lediglich der Museumseintritt, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre haben freien Eintritt. Das Familienwochenende findet am Samstag, 31. Januar, und Sonntag, 1. Februar, jeweils von 11 bis 18 Uhr statt.
