Die traditionelle Montage der Kirmeszahl markiert den offiziellen Countdown für die 542. Cranger Kirmes in Herne.
Pünktlich zum Glockenschlag der Cranger Kirche am Donnerstag um 12 Uhr hat der Endspurt für das größte Volksfest in Nordrhein-Westfalen begonnen. Mitarbeiter des Fachbereichs Stadtgrün schraubten die Zahl 542 an das frisch sanierte Cranger Tor an der Dorstener Straße. Für unzählige Kirmesfans ist diese Aktion das untrügliche Zeichen dafür, dass der Rummel kurz bevorsteht. Die diesjährige Ausgabe wird vom 6. bis zum 16. August auf dem Festplatz gefeiert. Die Zahl erinnert an die jahrhundertealte Historie des Festes und weckt bereits Wochen vorher Vorfreude bei den Besucherinnen und Besuchern.
Handwerkstradition und die historische Bedeutung der Zählweise
Hinter der angebrachten Zahl steckt eine bewegende Familiengeschichte: Schlossermeister Elias Michél Costaras setzt mit der Fertigung die Arbeit seines verstorbenen Vaters Constantin fort. „Das habe ich ihm versprochen. Und für mich gehört diese gut sichtbare Kennzeichnung zur Kirmes einfach dazu. Das ist gelebte Tradition“, betonte der Handwerker vor Ort.
Die Zahl 542 bezieht sich auf das Jahr 1484, in dem die Freiheit Crange samt Marktrecht erstmals urkundlich erwähnt wurde. Im Jahr 2019 legte der Ältestenrat der Stadt Herne dieses Datum offiziell als Ankerpunkt fest, um sich von der historisch unbegründeten Zählweise der Nationalsozialisten aus dem Jahr 1935 zu distanzieren.
Cranger Tor erstrahlt nach Sanierung in neuem Glanz
Das beliebte Wahrzeichen selbst präsentiert sich den Gästen in diesem Jahr in einem grundlegend überarbeiteten Zustand. Nach einem Beschluss der Bezirksvertretung Wanne ließ die Stadtverwaltung das Tor nach der vergangenen Kirmes aufwendig restaurieren.
Eduard Belker, Leiter des Fachbereichs Öffentliche Ordnung, erläuterte die Maßnahmen, bei denen das Tor zunächst sandgestrahlt und anschließend in präziser Handarbeit geschliffen wurde. Ein Speziallack schützt die Kunstschmiedearbeit nun für die kommenden zwei Jahrzehnte vor Witterungseinflüssen, während die gewollte Patina erhalten blieb. Das veredelte Tor bildet damit den perfekten Rahmen für den bevorstehenden Kirmesauftakt.
