Ein ereignisreiches Wochenende und ein turbulenter Wochenstart fordern die Polizei in Herne. Die Ermittler suchen nach mehreren flüchtigen Räubern und arbeiten an der Aufklärung eines schweren Verkehrsunfalls.
Die Kriminal- und Verkehrspolizei in Herne blickt auf eine Reihe intensiver Einsätze in den vergangenen Tagen zurück. Neben zwei brutalen Raubüberfällen im Stadtgebiet, bei denen Gruppen von Tätern arglose Passanten attackierten, sorgte am Montagabend ein bizarrer Randalierer in Herne-Süd für Aufsehen, der letztlich nur durch den Einsatz eines Elektroschockers gestoppt werden konnte. Zudem ereignete sich in Herne-Mitte ein folgenschwerer Verkehrsunfall, bei dem ein jugendlicher Fußgänger schwer verletzt wurde. Die Polizei bittet in mehreren Fällen dringend um Zeugenhinweise aus der Bevölkerung.
Zwei Raubüberfälle am Wochenende: Banden attackieren Passanten
Die Kriminalpolizei ermittelt aktuell unter Hochdruck nach zwei Raubdelikten, die sich am Samstag und Sonntag ereigneten.
-
Samstag, 4. Juli (ca. 23 Uhr) – Eickeler Markt: Ein 48-jähriger Herner wurde von einem Trio „verbal aggressiv“ abgefangen und zur Herausgabe seiner Bauchtasche gezwungen. Als das Opfer zögerte, drohte einer der Täter mit einem gefährlichen Gegenstand. Das Trio flüchtete mit der Beute. Der Haupttäter wird als auffallend groß (ca. 2 Meter) beschrieben, bekleidet mit einem Sportanzug und einer auffälligen Goldkette. Seine beiden Komplizen waren etwa 1,80 bis 1,85 Meter groß und trugen ebenfalls Sportanzüge.
-
Sonntag, 5. Juli (ca. 20:30 Uhr) – Horsthauser Straße: Ein 21-jähriger Herner geriet im Bereich der ehemaligen Eisenbahnbrücke in den Hinterhalt einer vierköpfigen Gruppe. Drei der Männer packten den jungen Mann an der Jacke und rissen ihn unter aggressivem Geschrei zu Boden. Eine vierte Person hielt sich mit einer Holzlatte und einem großen, schwarzen Hund im Hintergrund auf. Dem Opfer gelang trotz einer Verletzung die Flucht zu einem Arzt. Die Angreifer waren zwischen 20 und 30 Jahre alt, komplett schwarz gekleidet und sprachen laut Zeugen möglicherweise arabisch oder türkisch.
Zeugenaufruf: Wer Angaben zu den Tätern oder den Geschehnissen machen kann, wird gebeten, sich dringend unter der Telefonnummer 0234 909-8505 oder -4441 bei der Kriminalwache zu melden.
Nur mit Handtuch bekleidet: Polizei stoppt Randalierer mit Taser
Ein ungewöhnlicher und gefährlicher Vorfall ereignete sich am Montagabend, 6. Juli, im Stadtteil Herne-Süd. Gegen 18:50 Uhr wählten besorgte Anwohner den Notruf 110, weil ein Mann im Bereich der Hoheneickstraße randalierte und mutwillig ein geparktes Auto beschädigte.
Die alarmierten Streifenwagenbesatzungen trafen den Randalierer kurz darauf auf der Straße Regenkamp an. Der Zustand des 42-jährigen Herners war skurril: Er war lediglich mit einem Handtuch bekleidet. Anstatt sich zu beruhigen, ging der Mann aggressiv auf die Beamten zu, bedrohte sie mit einem Stuhlbein und widersetzte sich vehement allen Anweisungen. Um einen unmittelbaren Angriff abzuwehren und weitere Straftaten zu verhindern, setzten die Polizisten ein Distanzelektroimpulsgerät (DEIG) – umgangssprachlich als Taser bekannt – ein. Der 42-Jährige wurde überwältigt, kam leicht verletzt in ärztliche Behandlung und verbrachte die Nacht im Gewahrsam. Die Polizisten blieben unverletzt.
Herne-Mitte: 17-jähriger Fußgänger nach Vollbremsung schwer verletzt
Nahezu zeitgleich kam es am Montagabend, 6. Juli, gegen 18:45 Uhr am Friedrich-Ebert-Platz zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein 59-jähriger Autofahrer aus Herne passierte im dortigen Bereich einen Linienbus, der regulär an der Haltestelle „Sparkasse“ hielt.
In diesem Moment betrat ein 17-jähriger Fußgänger den Fahrbahnbereich vom rechten Gehweg aus direkt vor dem stehenden Bus, ohne auf den fließenden Verkehr zu achten. Der 59-jährige Pkw-Fahrer erkannte die Situation sofort und leitete eine Vollbremsung ein, konnte den Zusammenstoß mit dem Jugendlichen jedoch nicht mehr verhindern. Der Teenager wurde frontal vom Auto erfasst und erlitt dabei schwere Verletzungen. Nach einer medizinischen Erstversorgung vor Ort brachte ein Rettungswagen den Verletzten zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Das Verkehrskommissariat hat die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen.
