Taktzeiten, Liniennetz und Barrierefreiheit auf dem Prüfstand: Die Stadt lädt zum offenen Mobilitätssalon ein. Die Ideen der Fahrgäste fließen direkt in das zentrale Planungsinstrument ein.
Wie sieht der Bus- und Bahnverkehr in Herne in den kommenden Jahren aus? Wo laufen die Linien zusammen, wie dicht sind die Takte am Wochenende und welche Haltestellen müssen dringend barrierefrei umgebaut werden? Um diese und viele weitere Fragen zu beantworten, steht in diesem Jahr die umfassende Überarbeitung des Herner Nahverkehrsplans an. Da es sich hierbei um das zentrale Planungsinstrument für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Stadtgebiet handelt, setzt die Verwaltung auf die direkte Expertise der Menschen vor Ort.
Auftakt im Stadt Forum: Mitdiskutieren an Thementischen
Eine erste und unkomplizierte Möglichkeit zur aktiven Mitsprache bietet der nächste städtische Mobilitätssalon am Montag, 1. Juni 2026, von 17:30 bis 19:30 Uhr im Stadt Forum (Bahnhofstraße 65). Der Eintritt zur Veranstaltung ist komplett frei, eine vorherige Anmeldung ist für die Teilnahme nicht erforderlich.
Der Abend ist bewusst als offenes und kreatives Beteiligungsformat angelegt. Nach einer kurzen Einführung durch die Expertinnen und Experten der Stadt Herne über den aktuellen Ist-Zustand und den weiteren zeitlichen Ablauf des Planungsprozesses geht es für die Bürgerinnen und Bürger direkt in die Praxis: An verschiedenen Thementischen können die Teilnehmenden ihre alltäglichen Erfahrungen, Wünsche und konkreten Verbesserungsvorschläge einbringen. Diskutiert wird unter anderem darüber, wo wichtige Direktverbindungen im Stadtgebiet fehlen, an welchen Stellen die Taktzeiten in den Abendstunden zu dünn sind oder wie Haltestellen komfortabler und sicherer gestaltet werden können.
Daten und Bürger-Expertise: Die Säulen der Mobilitätswende
Bei der ambitionierten Neugestaltung des Nahverkehrsplans überlässt die Stadt Herne nichts dem Zufall und arbeitet eng mit zwei renommierten, externen Planungsbüros zusammen: der Planersocietät aus Dortmund und der Agentur Gertz Gutsche Rümenapp aus Hamburg. Das gemeinsame Ziel ist eine moderne Kombination aus rein datengetriebener Verkehrsplanung und einer umfassenden Beteiligung der Öffentlichkeit. Nur wenn das Angebot exakt auf die Lebensrealität der Menschen zugeschnitten ist, lässt sich die Mobilitätswende vorantreiben und der öffentliche Raum so aufteilen, dass er für alle Verkehrsteilnehmer flexibel und klimafreundlich funktioniert.
Der Mobilitätssalon am 1. Juni bildet dabei lediglich den Startschuss für eine Reihe von Dialogangeboten. Um auch denjenigen Gehör zu schenken, die am Veranstaltungstag verhindert sind, wird es im weiteren Verlauf des Verfahrens zusätzliche Beteiligungsformate geben – darunter eine groß angelegte Online-Befragung. Über die genauen Termine und Freischaltungen wird die Stadtverwaltung zeitnah informieren. Wer sich vorab ein Bild über den aktuellen Planungsstand machen möchte, findet alle relevanten Unterlagen und Hintergrundinfos online auf der zentralen Plattform unter nvp.herne-mobil.de.
