Ein groß angelegter Aktionstag in der Hans-Tilkowski-Schule stärkt die Nachrichtenkompetenz der Jugend. Medienprofis von WAZ, Spiegel und Correctiv geben praxisnahe Einblicke in ihre Arbeit.
Wie unterscheidet man im digitalen Zeitalter verlässliche Informationen von gezielter Desinformation? Und nach welchen handwerklichen Regeln arbeiten Redaktionen, wenn eine Nachricht entsteht? Um Antworten auf diese drängenden Fragen der Generation TikTok zu geben, verwandelte sich die Herner Hans-Tilkowski-Schule am Dienstag, 12. Mai 2026, in eine lebendige Medienzentrale. Die Bezirksregierung Arnsberg, die bundesweite Initiative #usethenews und das Kommunale Bildungsbüro der Stadt Herne hatten rund 200 Schülerinnen und Schüler aller weiterführenden Schulen der Stadt zum interaktiven „Newscamp“ eingeladen.
Journalismus im Kreuzverhör: Gehaltsfragen und Social-Media-Herausforderungen
Die von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und zahlreichen Partnern aus Wissenschaft und Medien getragene Initiative #usethenews verfolgt das Ziel, die Nachrichtenkompetenz Jugendlicher nachhaltig zu stärken und den direkten Dialog mit den Redaktionen zu suchen. Finanziell ermöglicht und gefördert wurde das Herner Camp durch die Bildungs- und Erziehungsstiftung der Herner Sparkasse.
Nach der offiziellen Eröffnung durch Schulleiter Lothar Heistermann und Guido Schmitz von der Bezirksregierung startete das Event mit einer lebhaften Diskussionsrunde. Unter der Moderation von Hilal Özcan debattierten WAZ-Redakteurin Tamara Tadsen und #usethenews-Projektmanagerin Lena-Marie Haring über den klassischen journalistischen Alltag im Kontrast zu den Dynamiken der sozialen Netzwerke. In der anschließenden Fragerunde nahmen die Jugendlichen kein Blatt vor den Mund: Neben den Arbeitsbedingungen stießen vor allem die konkreten Verdienstmöglichkeiten in der Medienbranche auf reges Interesse der Schülerschaft.
Von Faktenchecks bis zur „gemischten Tüte“: Praxisnähe im Fokus
Im anschließenden Praxisteil ging es an die konkrete Arbeit. In intensiven Workshops mit renommierten Medienhäusern und Organisationen wie der WAZ, dem Spiegel, dem Recherchenetzwerk Correctiv und der Nichtregierungsorganisation Articlett lernten die Jugendlichen, wie Falschmeldungen entlarvt werden. An verschiedenen Mitmachstationen durften die Schüler sogar selbst experimentieren – etwa beim bewussten Erstellen von Fake News oder KI-generierten Songs, um die Mechanismen digitaler Manipulation besser zu verstehen. Als Belohnung für die erfolgreiche Teilnahme an den Stationen gab es am Ende stilecht eine „gemischte Tüte“ Kiosk-Süßigkeiten.
Nach einem gemeinsamen Abschlussquiz am Mittag war der Aktionstag für die Jugendlichen beendet, doch für die Lehrkräfte ging das Programm im Nachmittagsbereich erst richtig los. In speziellen Fortbildungsworkshops setzten sich die Pädagogen mit hochaktuellen Themen wie KI-Prompts im Unterricht, Datensicherheit und moderner Demokratiebildung auseinander. Zudem gab es tiefere Einblicke in die Zusammenhänge von Algorithmen, Radikalisierungsprozessen und geheimen Online-Codes auf den Smartphones der Teenager. Am Ende zogen sowohl Schüler als auch Lehrkräfte ein durchweg positives Fazit und lobten die praxisnahen Impulse für den Schulalltag.
