Am kommenden Donnerstag nimmt die Polizei in Herne Rad- und E-Scooter-Fahrende besonders ins Visier. Neben intensiven Kontrollen auf den Straßen setzen die Beamten an der Bahnhofstraße auf Aufklärung und Bürgerdialog.
Sicherheit durch Sichtbarkeit und Konsequenz: Die steigende Beliebtheit von Fahrrädern, Pedelecs und Elektro-Kleinstfahrzeugen im Ruhrgebiet bringt auch neue Herausforderungen für die Verkehrssicherheit mit sich. Um folgenschweren Unfällen aktiv entgegenzuwirken, plant das Polizeipräsidium Bochum für den kommenden Donnerstag, 28. Mai 2026, eine großangelegte Schwerpunktaktion zur Verkehrsunfallprävention auf den Straßen von Herne.
Das erklärte Ziel der Einsatzkräfte ist es, die Unfallzahlen im Bereich der schwächeren Verkehrsteilnehmer nachhaltig zu senken und das Bewusstsein für ein faires, rücksichtsvolles Miteinander im dichten Stadtverkehr zu schärfen.
Infostand an der Bahnhofstraße: Experten beantworten Bürgerfragen
Ein zentraler Baustein der Aktion ist die präventive Aufklärungsarbeit direkt vor Ort. In der Zeit von 7:00 bis 15:00 Uhr wird die Polizei mit einem eigenen Informationsstand im Herner Stadtzentrum, genauer gesagt im viel frequentierten Bereich der Bahnhofstraße, für die Bürgerinnen und Bürger ansprechbar sein.
Interessierte Passanten, Pendler und Zweiradfahrer haben dort die Gelegenheit, im direkten Gespräch mit den Verkehrsexperten Fragen zu stellen. Informiert wird unter anderem über:
-
Die aktuellen rechtlichen Regelungen im Umgang mit E-Scootern (z. B. Promillegrenzen, Verbot der Gehwegnutzung und das Mitnehmen von zwei Personen).
-
Tipps zur Diebstahlsicherung und zum richtigen Tragen von Fahrradhelmen.
-
Das sichere Verhalten in unübersichtlichen Verkehrssituationen und toten Winkeln.
Fahrradstreifen im Einsatz: Kontrollen für alle Verkehrsteilnehmer
Flankierend zur reinen Informationsarbeit schickt die Polizei am Donnerstag ein Aufgebot an Kontrollkräften auf die Straße. Neben den regulären Streifenwagenbesatzungen werden auch agile Fahrradstreifen im Herner Stadtgebiet patrouillieren, um Verkehrsverstöße konsequent und direkt vor Ort zu ahnden. Die Einsatzkräfte legen dabei ein besonderes Augenmerk auf typische Fehlverhalten, die im Alltag immer wieder zu schweren Kollisionen führen – wie etwa das Fahren entgegen der Fahrtrichtung („Geisterradeln“) oder das Missachten von roten Ampeln.
Dabei betont die Polizei, dass die Aktion keineswegs eine reine Maßnahme gegen Zweiradfahrer ist. Auch das Verhalten der Autofahrenden wird im Rahmen der Verkehrsschau genauestens unter die Lupe genommen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf dem verbotswidrigen Parken und Halten auf ausgewiesenen Radfahrstreifen und Schutzstreifen. Diese oft als „Kavaliersdelikt“ abgetanen Verstöße zwingen Rad- und E-Scooter-Fahrende regelmäßig zu gefährlichen Ausweichmanövern in den fließenden Autoverkehr.
Die Polizei Bochum appelliert im Vorfeld der Aktion an das Verantwortungsbewusstsein aller Verkehrsteilnehmer: Mehr Sicherheit auf den Straßen lässt sich nur durch gegenseitige Rücksichtnahme und die konsequente Einhaltung der geltenden Regeln erreichen.
