Großes Interesse an der Fortschreibung des Nahverkehrsplans: Rund 50 Herner brachten beim Mobilitätssalon ihre Ideen für den ÖPNV ein.

Die Weichen für die Mobilitätswende im Ruhrgebiet werden neu gestellt: Rund 50 engagierte Bürgerinnen und Bürger haben sich am Montag, 1. Juni 2026, beim ersten Mobilitätssalon im Stadt Forum aktiv eingebracht. Die Stadtverwaltung hatte zu der Veranstaltung geladen, um die Öffentlichkeit frühzeitig an der umfassenden Fortschreibung des städtischen Nahverkehrsplans zu beteiligen. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, um sich aus erster Hand über den aktuellen Stand der strategischen Verkehrsplanungen zu informieren. Im Fokus des Abends stand der direkte Dialog, bei dem die Herner ihre ganz persönlichen Ideen, Wünsche und konkreten Verbesserungsvorschläge für den Bus- und Bahnverkehr direkt an die Verantwortlichen übermitteln konnten.

Konstruktiver Dialog an den verschiedenen Themenständen

Nach einer feierlichen Begrüßung durch Stadtrat Stefan Thabe erhielten die Anwesenden zunächst einen fundierten Einblick in die komplexen Aufgaben und die langfristigen Ziele des neuen Nahverkehrsplans. Im Anschluss entwickelte sich an verschiedenen Themenständen eine lebhafte und lösungsorientierte Diskussion mit Vertretern der Verwaltung. Auch Experten der Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel (HCR) sowie der beauftragten Planungsbüros standen für einen direkten Austausch bereit. Die Bürger brachten dabei detaillierte Hinweise zu bestehenden Busverbindungen, optimierungsbedürftigen Umsteigesituationen an den Knotenpunkten und zu den aktuellen Taktungen im Stadtgebiet ein.

Verkehrsdezernent Stefan Thabe unterstrich während der Veranstaltung die fundamentale Bedeutung eines funktionierenden öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) für die Kommune. Ein leistungsfähiger Nahverkehr sei ein zentraler Baustein für die Zukunft der Stadt Herne, erklärte Thabe im Rahmen der Diskussionen. Er ermögliche Mobilität für alle Menschen, stärke die gesellschaftliche Teilhabe und trage zudem wesentlich zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung bei. Deswegen sei es der Verwaltung ein besonderes Anliegen, die alltäglichen Erfahrungen und das praktische Wissen der Bürgerinnen und Bürger von Anfang an fest in die strategischen Planungen einzubeziehen.

Online-Beteiligung als Startschuss für die Mobilitätswende

Der erfolgreiche Mobilitätssalon bildete gleichzeitig den offiziellen Auftakt für eine mehrwöchige, breit angelegte Öffentlichkeitsbeteiligung im Stadtgebiet. Noch bis zum 12. Juli 2026 haben alle Einwohner die Möglichkeit, ihre individuellen Ideen und Kritikpunkte online über ein speziell eingerichtetes Beteiligungsportal einzureichen. Die dort eingehenden Beiträge werden im Anschluss wissenschaftlich ausgewertet und fließen ebenso wie die Ergebnisse des analogen Mobilitätssalons in den weiteren Entwurfsprozess ein. Kernbereiche der Untersuchung sind die allgemeine Angebotsqualität, die Barrierefreiheit von Haltestellen und Fahrzeugen sowie ein verbesserter digitaler Service.

  • Zentrale Fragen der Herner Mobilitätswende:

    • Wie bewegen sich die Bürger künftig flexibel und klimafreundlich durch die Stadt?

    • Welche Verkehrsmittel werden dabei langfristig favorisiert?

    • Wie kann der öffentliche Raum für alle Verkehrsteilnehmer fair gestaltet werden?

Die finale Ausarbeitung des Nahverkehrsplans erfolgt in den kommenden Monaten in enger Kooperation mit den renommierten Planungsbüros Planersocietät aus Dortmund sowie Gertz Gutsche Rümenapp aus Hamburg. Ziel der Zusammenarbeit ist es, ein perfekt bedarfsgerechtes und zukunftsfähiges ÖPNV-Angebot für Herne zu entwickeln. Dadurch sollen die infrastrukturellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche und nachhaltige Mobilitätswende vor Ort weiter verbessert werden. Weiterführende Informationen zum gesamten Prozess und den Leitlinien der städtischen Verkehrspolitik können interessierte Bürger jederzeit auf der zentralen Informationsplattform der Stadtverwaltung abrufen.