Das bittere Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im Elfmeterschießen besiegelt das vorzeitige Ende der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika.
Das sportliche Sommermärchen der deutschen Nationalmannschaft ist auf dramatische Weise vorzeitig zu Ende gegangen. Im Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika erlebten die Fans beim Public Viewing in der Herner Kult-Location „Oskar am Kanal“ eine hochemotionale Achterbahnfahrt mit bitterem Ausgang. Nach einem spielerisch schwachen Auftritt, einer gravierenden Fehlentscheidung der Unparteiischen während der regulären Spielzeit und einem anschließenden, katastrophalen Elfmeterschießen war das Ausscheiden der DFB-Elf besiegelt. Um kurz nach halb zwei in der Nacht herrschte auf dem gesamten Veranstaltungsgelände am Rhein-Herne-Kanal lähmende Stille und tiefe Enttäuschung unter den treuen Fußballanhängern.
Ungünstige Anstoßzeiten dämpfen die Euphorie im Revier
Die Rahmenbedingungen für das K.-o.-Runden-Match waren von vornherein denkbar ungemütlich. Das Spiel bot über die gesamte Distanz hinweg kaum nennenswerten Unterhaltungswert, was durch die späte Uhrzeit zusätzlich verstärkt wurde. Bedingt durch die Zeitverschiebung des Turniers in den USA, Kanada und Mexiko pfiff der Schiedsrichter die Partie erst am Montagabend um 22:30 Uhr an. Die WM in Nordamerika sorgte aufgrund dieser nächtlichen Anstoßzeiten in den vergangenen Wochen ohnehin nicht für die sonst üblichen, strahlenden Gesichter in der lokalen Gastronomie. Auch dieses Mal waren die Plätze bei „Oskar am Kanal“ zwar solide gefüllt, wer spontan vorbeischaute, fand jedoch problemlos noch einen Platz – ganz im Gegensatz zu den Partien der Vorrunde, als das Gelände beim Betreiber „Steinmeister“ regelmäßig restlos ausverkauft war.
Ein Fehlschuss beendet die Träume im Elfmeterschießen
Einziger Trost für die frierenden Fans vor den Großbildleinwänden war das Wetter: Nach den brutalen Hitzetagen der vergangenen Woche war es pünktlich zum Spiel etwas kühler geworden, da die große Tropenhitze vorerst aus dem Ruhrgebiet abgezogen ist. Spät in der Nacht wurde es im finalen Elfmeterschießen dann noch einmal richtig spannend, und die Hoffnung auf das Achtelfinale flammte kurzzeitig auf. Doch als Nationalspieler Jonathan Tah den entscheidenden Ball weit in den Nachthimmel des Stadions in New England jagte, platzten alle Träume. Der anschließende, wortklose Strom der enttäuschten Zuschauer in Richtung des Ausgangs markierte den traurigen Schlusspunkt einer langen Fußballnacht.
