Ein Raum voller Fantasie öffnet bald seine Tore für kleine und große Entdecker im Ruhrgebiet. Die neue Ausstellung lädt dazu ein, eine berührende Geschichte mit allen Sinnen zu erleben.

Vom 31. Mai bis zum 25. Oktober 2026 verwandelt sich ein Raum im Heimatmuseum Unser Fritz in Herne Wanne-Eickel in eine lebendige Buchwelt. Der Kurator Ralf Piorr hat das Projekt gemeinsam mit dem Schöpfer Kai Dümpe auf die Beine gestellt. Die Besucher erwartet eine außergewöhnliche Premiere, denn es ist zum ersten Mal eine gezielte Ausstellung für Kinder. An den Wänden hängen die liebevoll gezeichneten Bilder, die die tiefgründige Geschichte von ‚Emil und dem Wal‘ erzählen. Neben den visuellen Eindrücken gibt es eine Papp-Palme und viele interaktive Spielmöglichkeiten für den Nachwuchs.

Spannende Kulturnews aus Herne und Wanne-Eickel

Die Entstehung des Projekts verdankt sich einem glücklichen Zufall in der lokalen Musikszene. Der Kontakt zwischen dem Kurator und dem Zeichner entstand nämlich in einem Schallplattenladen, als Dümpe eigentlich nur eine Platte kaufen wollte. „So ist der Kontakt entstanden“, lacht Thorsten Piorr, Kurator des Museums. Das gedruckte Werk, dessen Erstauflage aus gerade einmal zehn Exemplaren bestand, wurde von Hanna Unterberg verlegt. Für den Lehrer im Ruhestand ist es das erste eigene Kinderbuch, das nun im Rahmen der Kulturinitiative groß herauskommt. „Das gesamte Team hat viel Herzblut in die Vorbereitung gesteckt, um ein echtes, begehbares Kinderbuch zu erschaffen“, so Piorr weiter. 

Hinter dem Werk steht die ganz persönliche Geschichte des Bochumer Schöpfers. Kai Dümpe verarbeitete in dem Buch eine schwere Phase seines eigenen Lebens. „Ich bin krank geworden, ich konnte meinen Beruf nicht ausüben, ich habe einen tiefen, steilen Absturz hingelegt und bin aber irgendwie relativ sanft gelandet“, erinnert sich der Autor. Die Geschichte über den tiefen Fall des Elefanten habe ihm selbst in der schwierigen Situation viel Mut und Kraft gegeben.

Kinderbuchausstellung von Kai Dümpe im Ruhrgebiet

Hinter den farbenfrohen Kulissen verbirgt sich eine Geschichte, die auch ernste gesellschaftliche Themen mutig anpackt. Die kleinen Ausstellungsbesucher werden spielerisch dazu ermutigt, wichtige Schritte im Leben wie das Schwimmenlernen zu meistern. Gleichzeitig thematisiert die Erzählung die fortschreitende Verschmutzung der Meere sowie den Walfang, der in Ländern wie Japan, Norwegen und Island immer noch betrieben wird. Ralf Piorr bringt die Philosophie hinter der gesamten Aktion treffend auf den Punkt. „Museum ist Geschichtenerzählen“, so der Kurator stolz.

Um das gesamte Abenteuer im Heimatmuseum zu ergründen, müssen die Familien im Gebäude eine Etage höher gehen. Dort teilt eine massive Wand den Raum, auf der die Piraten auf ihrem Schiff prangen. „Die Wand durfte ich selbst gestalten und habe die Piraten noch einmal groß gemalt. Da man diese Wand immer wieder neubemalen kann, hat es gepasst“, so Dümpe.

So kann während des Aufenthalts nicht nur die Geschichte erlebt werden, sondern auch gespielt werden. In den Räumen befinden sich kleine Ecken mit Lego, einem Bällebad und vieles mehr. Wer die Geschichte mit nach Hause nehmen möchte, kann das Buch mit offizieller ISBN-Nummer direkt im Museum erwerben.