Turbulentes WG-Experiment im Ruhrgebiet

Allet unter einem Dach (1)

(c) Marco Stepniak/Mondpalast

„Alle(t) unter einem Dach“ begeistert bei Premiere im Mondpalast von Wanne-Eickel

Gemeinsam statt einsam, gewürzt mit einer kräftigen Prise Ruhrgebietschaos: Der Mondpalast von Wanne-Eickel hat seine neue Herbstkomödie „Alle(t) unter einem Dach“ mit anhaltendem Beifall und bester Premierenstimmung auf die Bühne gebracht. Das neue Bühnenwerk aus der Feder von Hausautor Sigi Domke unter der Regie von Roland Heitz widmet sich einer ebenso aktuellen wie humorvollen Frage: Was passiert, wenn sieben grundverschiedene Charaktere beschließen, ihr Leben künftig in einer Mehrgenerationen-WG zu teilen?

Die Ausgangslage verspricht Zündstoff. Ein pensionierter Alt-Linker zieht gemeinsam mit seinen beiden Ex-Partnerinnen, einem gestressten werdenden Elternpaar, einem alleinerziehenden Clown sowie dessen rebellischer Teenager-Tochter in eine alte Villa. Was als verheißungsvolles Gegenmodell zur Einsamkeit im Alter und als gegenseitiges Unterstützungsnetzwerk gedacht war, prallt schon bald mit voller Wucht auf die Realität. Sieben Persönlichkeiten bringen sieben völlig unterschiedliche Lebensentwürfe und Vorstellungen von Ordnung mit, was alte Wunden aufreißt und neue Eifersüchteleien, Überforderung und die typischen Tücken des WG-Alltags heraufbeschwört.

Theaterdirektor Marvin Boettcher zeigte sich nach dem Premierenabend begeistert von der Resonanz im Saal. Sigi Domke habe mit feinem Gespür den richtigen Ton getroffen: Hinter all den Lachern stecke eine gesellschaftliche Frage, die viele Menschen umtreibt, nämlich wie wir im Alter und über Generationen hinweg zusammenleben wollen. Genau diese Symbiose aus warmherzigem Witz und Schicksalen mitten aus dem Leben mache das Profil des Volkstheaters aus.

Wie bereits in bekannten Erfolgsstücken wie „Flurwoche“ oder „Auf der Wilden Rita“ setzt Domke auf pointierte Dialoge und authentische Figurenzeichnung. Hinter den humorvollen Spitzen werden verletzliche Menschen sichtbar, deren Motive nachvollziehbar bleiben. Mit großer Spielfreude zeigt das Mondpalast-Ensemble, wie aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft durch Streitereien und Versöhnungen nach und nach ein echtes Zuhause entsteht.

Nach dem erfolgreichen Auftakt stehen im Oktober und November zahlreiche weitere Vorstellungen auf dem Spielplan. Die nächsten Spieltermine im Überblick sind Freitag, 9. Oktober (20:00 Uhr), Samstag, 10. Oktober (20:00 Uhr) sowie Sonntag, 11. Oktober (17:00 Uhr). Ein weiterer Aufführungsblock folgt vom 6. bis zum 8. November 2026. Karten sind über die Website www.mondpalast.com, telefonisch unter 02325-58899 oder direkt an der Theaterkasse erhältlich.

Auf Social Media teilen