Die Verkehrswacht Herne/Wanne-Eickel appelliert an Eltern, die Sommerferien für das Einüben des sicheren Schulwegs mit künftigen Erstklässlern zu nutzen.

Mit dem bevorstehenden Ende der Sommerferien rückt für viele Herner Kinder der erste Schultag immer näher. Die Verkehrswacht Herne/Wanne-Eickel ruft Familien deshalb dazu auf, die verbleibende Ferienzeit intensiv für die Vorbereitung auf den Verkehrsalltag zu nutzen. Zwar lernen die Schulanfängerinnen und Schulanfänger bereits in den Kindertagesstätten grundlegende Verhaltensregeln, die konkrete Strecke zur Schule erfordert jedoch praktisches Training vor Ort. Durch gezielte Übungsgänge gewinnen die Kinder an Sicherheit und machen ihren ersten großen Schritt in die eigenständige Mobilität. Experten betonen dabei, dass der sicherste Weg nicht zwingend die kürzeste Distanz darstellt.

Schulwegpläne nutzen und Gefahrenstellen gemeinsam meistern

Eltern sollten sich bei der Routenwahl an den offiziellen Schulwegplänen der jeweiligen Grundschulen orientieren, in denen besonders sichere Straßenabschnitte ausgewiesen sind. Heinz Hendricks, der Vorsitzende der Verkehrswacht Herne/Wanne-Eickel, empfiehlt, den gewählten Weg mehrfach gemeinsam unter realistischen Bedingungen abzulaufen. Idealerweise trainieren Familien die Strecke an Werktagen genau zu jener Uhrzeit, zu der das Kind später auch tatsächlich unterwegs ist. Während des Gehens sollten Mütter und Väter wichtige Gefahrenquellen wie unübersichtliche Einmündungen, Ausfahrten oder den toten Winkel von Fahrzeugen verständlich ansprechen.

Zudem sei es entscheidend, die in der Kita erlernte Grundregel konsequent zu wiederholen, wonach der Bordstein stets als feste Haltelinie fungiere. Haben die Kinder die Strecke verinnerlicht, empfiehlt sich kurz vor Schulstart eine Generalprobe, bei der das Kind den Weg eigenständig vorausgeht und die Eltern mit etwas Abstand folgen. Im Hinblick auf die dunklere Jahreszeit erinnert die Verkehrswacht außerdem an reflektierende Kleidung und Reflektoren am Schulranzen, um die Sichtbarkeit zu erhöhen.

Elternhaltestellen entlasten Verkehr vor den Schulgebäuden

Für Familien, die auf das Auto angewiesen sind, hält die Fachberatung für Verkehrserziehung klare Empfehlungen bereit. Philipp Spitta, Fachberater für Mobilitätsbildung der Stadt Herne, rät dazu, im Vorfeld eingerichtete Elternhaltestellen anzusteuern. Dadurch werde der direkte Bringverkehr vor den Schultoren beruhigt und Kinder geschützt, die zu Fuß ankommen. Gleichzeitig lege das eigene Kind zumindest die letzten Meter selbstständig zurück. Im Fahrzeug sei stets auf eine vorschriftsmäßige Sicherung im passenden Kindersitz sowie das Aussteigen zur sicheren Gehwegseite hin zu achten.

Das Thema Schulwegsicherheit steht auch im September im Mittelpunkt des städtischen Interesses. Die diesjährige offizielle Schulanfangsaktion findet am Donnerstag, 10. September 2026, ab 9:30 Uhr an der Freiherr-vom-Stein-Schule statt. Vertreter von Stadt und Verkehrswacht wollen dort gemeinsam mit den Kindern für mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr werben. Eine gesonderte Einladung zu der Veranstaltung folgt in Kürze durch die Organisatoren.