Nach der gelungenen Premiere von „Arsen und Spitzenhäubchen“ geht es im Mondpalast weiter. Nicht etwa mit einem neuen Stück, sondern mit einem Tag der offenen Tür. So hatten Besucher die Chance, bei Kaffee und Kuchen einen Blick hinter die Kulissen zu erhaschen.

Sichtlich zufrieden zeigt sich Theaterdirektor Marvin Boettcher über den Anklang beim  Tag der offenen Tür im Mondpalast von Wanne-Eickel: „Der Tag wird gut angenommen und Leute freuen sich, hier zu sein.“ Denn bei Kaffee, selbst gemachtem Kuchen und Waffeln lässt es sich am besten fachsimpeln. So tauschen sich die Besucher nicht nur untereinander aus, sondern auch mit den Darstellern des Stückes, das gerade einmal zehn Aufführungen haben wird. Aless Wiesemann und Astrid Breidbach tragen ihre Bühnenkostüme der Schwestern Abby und Martha Brewster. So ist bei der Führung immer wieder ein „Abby“ oder „Martha, wo bist du?“ zu hören. Die beiden Darstellerinnen zeigen den Besuchern exklusive Einblicke hinter die Kulissen.

Ein Rätseltisch hinter den Kulissen des Mondpalastes

So zeigt Astrid Breidbach nicht nur den Ort von unten, der in ‚Arsen und Spitzenhäubchen‘ eine zentrale Rolle spielt, sondern auch den einen oder anderen Einblick in das Geschehen hinter der Bühne. „Wir haben hier einen Rätseltisch“, erklärt Breidbach. Teile des Ensembles lösen vor oder auch während der Pausen gerne das eine oder andere Rätsel in Zeitungen. „Aber vieles wird in Gemeinschaftsarbeit gelöst. Jeder hat so sein Wissen, womit er etwas beitragen kann.“ Ebenfalls wird deutlich: In der Herrenumkleide, die sich die männlichen Darsteller teilen müssen, hängt ein Wimpel eines Fußballvereins, der bei dem einen oder anderen Besucher Kopfschütteln auslöst. „Die Damen haben in der Regel ihre eigenen Kabinen“, so Breidbach.

Doch wenn es schnell gehen muss, wird sich auch hinter den Kulissen schnell umgezogen oder die Haare nochmal anders frisiert. Dieses Phänomen ist aktuell in ‚Arsen und Spitzenhäubchen‘ zu bewundern, wenn Aless Wiesemann zwischen mehreren Rollen wechseln muss. So ist es nicht verwunderlich, wenn Wiedemann ihrer Rolle entsprechend tatsächlich einmal komplett abgehetzt in die Kulisse platzt oder an anderer Stelle sich schnell umziehen muss und dann ruhig darsteht. „Das ist alles eine Sache der Übung. Und auch wir haben ein gewisses Repertoire, auf das wir zurückgreifen können“, sagt Wiesemann über den manchmal doch sehr stressigen Ablauf hinter der Bühne.

Die Kulisse hinter der Kulisse

Allerdings ziert an diesem Nachmittag nicht die Kulisse des Stückes, das am Mittwoch seine Premiere gefeiert hat, die heilige Halle des Mondpalastes, sondern „Frau Piesewotzki, Libuda und ich“. Eine Art Spin-off zu „Ronaldo und Julia“. „Die Kulisse zu ‚Arsen und Spitzenhäubchen‘ ist hier in der Seitenbühne untergebracht. Dann müssen unsere Bühnenbauer nicht über die Straße laufen und sie holen“, erklärt Breidbach, als sich der Blick der Gäste in Richtung Bühnenseite zu dem aus dem Saal nicht sichtbaren Teil der Bühne richtet.

Zum Schluss gibt es noch einen kleinen Rückblick: Axel Schönnenberg schlüpft noch einmal in seine Rolle des 1954 verschollenen Bergmanns Fritz Grabowsky und gibt gleich drei Songs aus dem Stück „Watt ’ne herrliche Welt“ zum Besten. Natürlich erhascht der Zuschauer im Saal auch noch einmal einen kleinen Einblick in das Stück aus dem Jahr 2016. So klingt der Tag im Mondpalast bei lockeren Gesprächen aus.