Die Stadt Herne treibt den Ausbau des öffentlich geförderten Wohnraums weiter konsequent voran. Als jüngster Erfolg in diesem Sektor gilt der Erhalt einer millionenschweren Förderzusage für ein ambitioniertes Umbauprojekt im Stadtgebiet. Insgesamt 3,3 Millionen Euro fließen aus Landesmitteln in die Modernisierung und Erweiterung einer Bestandsimmobilie an der Kirchhofstraße. In dem dortigen Wohn- und Geschäftshaus entstehen im Zuge der Baumaßnahmen insgesamt 13 moderne Mieteinheiten, von denen zwölf langfristig als geförderter und mietpreisgebundener Wohnraum zur Verfügung stehen werden.

Öffentlich geförderter Wohnraum richtet sich gezielt an Bürgerinnen und Bürger, die aufgrund einer geringeren Einkommensstruktur auf dem freien, profitorientierten Wohnungsmarkt keine angemessene Unterkunft finden können. Die über die staatliche Wohnraumförderung errichteten oder sanierten Objekte unterliegen einer strengen gesetzlichen Zweckbindung, die sich je nach Förderkonditionen über einen Zeitraum von 25 oder 30 Jahren erstreckt. Erst nach dem offiziellen Ablauf dieser Fristen dürfen die Wohnungen wieder zu den regulären Marktpreisen ohne soziale Beschränkungen vermietet werden.

25-Prozent-Quote steuert dem Wegfall von Sozialwohnungen entgegen

Der anhaltende Fokus auf den Neubau und die Sanierung ist für die Stadtverwaltung eine strategische Notwendigkeit. Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda betonte bei der Vorstellung des Projekts, dass der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Herne unverändert hoch sei. Erschwerend kommt hinzu, dass in den nächsten Jahren eine Vielzahl von älteren Sozialwohnungen im Stadtgebiet nach dem Erreichen ihrer Fristen planmäßig aus der Zweckbindung und somit aus dem sozialen Wohnungsbestand herausfallen werden.

Um diesem Trend proaktiv entgegenzuwirken, hat der Rat der Stadt Herne bereits im Oktober 2024 eine verbindliche 25-Prozent-Quote beschlossen. Diese Regelung verpflichtet Investoren dazu, bei allen neuen Wohnungsbauvorhaben im Stadtgebiet mindestens ein Viertel der Fläche als öffentlich geförderten Wohnraum zu realisieren. Das aktuelle Projekt an der Kirchhofstraße ist ein Baustein zur Erfüllung dieser städtischen Selbstverpflichtung.

Energieeffizienz und Aufstockung: Umbau aus den 1970er Jahren

Die genauen Pläne für die Revitalisierung des Gebäudes stammen von der SNL Ing. GmbH, die auch für die bauliche Umsetzung verantwortlich zeichnet. Planer Ingo Thönissen erläuterte, dass das Gebäude ursprünglich Mitte der 1970er Jahre errichtet wurde und nun eine umfassende Transformation durchläuft:

  • Energieeffizienz: Das Gebäude wird energetisch kernsaniert, um moderne Klimaschutzstandards zu erfüllen und die Nebenkosten für die zukünftigen Mieter niedrig zu halten.

  • Wohnraumerweiterung: Durch das Aufsetzen eines zusätzlichen Staffelgeschosses wird die Nutzfläche des Objekts deutlich vergrößert.

  • Wohnungsmix: Die zwölf sozial geförderten Wohnungen decken ein breites Spektrum ab und variieren in ihren Größen von kompakten 44 Quadratmetern für Singles bis hin zu familiengerechten 105 Quadratmetern.

  • Mietpreis: Der garantierte Mietpreis für die geförderten Einheiten wird nach Abschluss der Arbeiten bei 6,65 Euro pro Quadratmeter liegen.

Fördermittel auf Rekordniveau: Weitere Großprojekte in der Pipeline

Der aktuelle Zuschuss reiht sich in eine Phase überdurchschnittlich hoher Förderzuflüsse ein. Während sich das langfristige Jahresmittel seit 2018 bei rund zehn Millionen Euro bewegte, verzeichnete Herne in den vergangenen Jahren einen deutlichen Boom. In den Jahren 2023 und 2024 flossen mit jeweils knapp 20 Millionen Euro doppelt so viele Fördermittel wie üblich in die Stadt. Für das Jahr 2025 lag das Fördervolumen bei knapp 15 Millionen Euro.

Und die nächsten Großprojekte stehen laut Stadtbaurat Stefan Thabe bereits in den Startlöchern. Die Verwaltung hat in Düsseldorf weitere Förderdarlehen mit einem Gesamtvolumen von etwas mehr als 50 Millionen Euro beantragt. Sollten diese Anträge von der Landesregierung positiv beschieden werden, könnten im Herner Stadtgebiet in naher Zukunft knapp 230 weitere öffentlich geförderte Wohnungen realisiert werden.