Steigende Schülerzahlen und der wachsende Betreuungsbedarf fordern die Stadt heraus. Ein logistisch anspruchsvolles „Reise-nach-Jerusalem“-Prinzip ermöglicht den Neubau einer Grundschule und die Errichtung einer neuen Sekundarschule.
Die Stadt Herne steht in den kommenden Jahren vor großen Aufgaben im Bildungssektor. Wachsende Klassenstärken, ein genereller Anstieg der Schülerzahlen und die Vorbereitungen auf den gesetzlichen Rechtsanspruch auf einen OGS-Betreuungsplatz ab dem Schuljahr 2026/2027 machen eine massive Modernisierung der Infrastruktur notwendig. Mit einem geschätzten Investitionsvolumen von rund 55 Millionen Euro bringt die Stadt nun zwei schulische Großprojekte auf den Weg, die zeitlich und logistisch eng miteinander verzahnt sind.
Logistischer Masterplan: Erst Umzug, dann Abriss und Neubau
Das Areal der ehemaligen Grundschule an der Forellstraße und der sanierungsbedürftige Standort der Grundschule Ohmstraße, deren Gebäude komplett aus den 1950er Jahren stammen, bilden die Eckpfeiler des Konzepts. Um den Schulbetrieb ohne Unterbrechungen fortzuführen, haben Immobiliendezernent Marc Alexander Ulrich und Schuldezernent Andreas Merkendorf einen stufenweisen Zeitplan ausgearbeitet:
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Schritt 1 (Sommer 2026): Die leerstehenden Gebäude an der Forellstraße werden für eine vorübergehende Nutzung hergerichtet.
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Schritt 2 (Sommer 2027): Die gesamte Schulgemeinde der Ohmstraße zieht temporär in das Ausweichquartier an der Forellstraße um. Am alten Standort Ohmstraße rollen die Abrissbagger, gefolgt vom modernen Neubau.
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Schritt 3 (Sommer 2029): Die Grundschule Ohmstraße kehrt in ihr neues, erweitertes Gebäude zurück. Durch den Neubau entstehen dringend benötigte zusätzliche Plätze im Klassen- und OGS-Bereich.
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Schritt 4 (Ab Herbst 2029): Die alten Gebäude an der Forellstraße werden abgerissen. Auf der freien Fläche startet der Bau einer komplett neuen Sekundarstufe-I-Schule.
Ein wichtiger Aspekt für den Vereinssport im Quartier: Die bestehenden Sporthallen an beiden Standorten bleiben während der gesamten Bauphasen komplett erhalten.
18 neue Schulklassen für die weiterführenden Schulen
Der Bedarf im Bereich der weiterführenden Schulen bis zur 10. Klasse ist enorm. Durch die neue Sekundarschule an der Forellstraße kann Herne künftig den erwarteten Mehrbedarf von drei zusätzlichen Klassen je Schuljahrgang im Bereich der sechsjährigen Sekundarstufe I decken. Gesamtheitlich betrachtet sichert die Stadt damit den künftigen Mehrbedarf von insgesamt 18 Klassen im Stadtgebiet ab.
Fördermittel im Visier und Impuls für die Quartiersentwicklung
Für die Finanzierung des 55-Millionen-Euro-Pakets setzt Herne auf europäische Unterstützung. Für den Neubau der Grundschule Ohmstraße wurde ein Förderantrag aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) eingereicht. Fachbereichsleiterin Tanja Wasmuth zeigt sich zuversichtlich, dass Fördermittel in nennenswertem Umfang bewilligt werden.
Für Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda ist das Großprojekt ein Meilenstein, der weit über den Bildungsbereich hinausreicht: „Diese erheblichen Bildungsinvestitionen sind ein wichtiger Baustein im Rahmen der Quartiersentwicklung von Baukau-Ost insgesamt. Nach der Eröffnung der Grundschule am Schloss, der Förderschule an der Forellstraße sowie der Entwicklung des Kaiserquartiers inklusive des Familienkiosks ist das der nächste große Schritt, um dieses Stadtquartier weiter nach vorne zu bringen.“
