Die Stadt Herne geht einen historischen Schritt in der urbanen Mobilität und bringt die erste in den Nahverkehr integrierte Seilbahn Deutschlands auf den Weg.

Der Rat der Stadt Herne hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am Dienstag, den 14. Juli 2026, die entscheidenden Weichen für ein wegweisendes Infrastrukturprojekt gestellt. Mit großer Mehrheit stimmten die Stadtverordneten den Plänen zur Realisierung einer urbanen Seilbahn zu. Das innovative Verkehrsmittel soll künftig das ehemalige Gelände der Zeche General Blumenthal erschließen und direkt in das bestehende öffentliche Nahverkehrssystem eingebunden werden. Mit dem Ratsbeschluss ist die Verwaltung nun offiziell beauftragt, die europaweite Vergabe für den Bau vorzubereiten, Förderanträge zur Refinanzierung auf den Weg zu bringen und die spätere Inbetriebnahme zu planen.

Wirtschaftlich, barrierefrei und klimafreundlich

Die künftige Seilbahn gilt als tragende Säule für das ambitionierte Stadtentwicklungsprojekt „Blumenthal hoch3“, bei dem das ehemalige Zechengelände zu einem modernen Green- und Hightech-Standort umgebaut wird. Perspektivisch sollen dort und im regionalen Umfeld bis zu 4.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

„Mit der Seilbahn gelingt eine verkehrliche Erschließung, die nicht nur klimafreundlich und barrierefrei ist, sondern zugleich auch wirtschaftlich überzeugt, weil sie im Vergleich deutlich günstiger ist, als der Anschluss des Geländes an andere Verkehrssysteme“, erklärt Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda.

Zudem schont die schwebende Verbindung die ohnehin stark ausgelasteten Straßen im direkten Umfeld des neuen Technologie-Areals.

Baubeginn bis Ende des Jahrzehnts angestrebt

Dem wegweisenden Beschluss waren bereits positive Votings in den Bezirksvertretungen Wanne und Eickel sowie in den zuständigen Fachausschüssen für Planung, Mobilität und Finanzen vorausgegangen. Für potenzielle Investoren und Unternehmen, die sich auf dem Blumenthal-Areal ansiedeln wollen, sendet die Politik damit ein klares Signal der Planungssicherheit. Stadtbaurat Stefan Thabe betonte, dass die Verwaltung sich nun unmittelbar an die Umsetzung der Ratsbeschlüsse begeben werde. Ziel ist es, dass der Baubeginn für die erste urbane Seilbahn dieser Art in Deutschland noch vor dem Ende dieses Jahrzehnts erfolgt.