Veranstalter und Sicherheitskräfte ziehen nach dem ersten Kirmeswochenende eine durchweg positive Bilanz: Von Donnerstag, 6. August, bis Sonntagabend, 9. August 2026, strömten schätzungsweise 1,6 Millionen Gäste auf den rund elf Hektar großen Festplatz am Rhein-Herne-Kanal. Nach einem mit 200.000 Besuchern sehr stark frequentierten Eröffnungstag zählten die Verantwortlichen am Freitag und Samstag zusammen etwa 875.000 Menschen. Auch am Sonntag war das Gelände bei hochsommerlichen Temperaturen und königsblauem Himmel bereits zur Mittagszeit außerordentlich gut gefüllt.
Eröffnungsshow, neuer Pferdemarkt und beliebte Fahrgeschäfte
Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla zeigte sich hochzufrieden mit den ersten drei Tagen. Er hob die hochkarätige Eröffnungsfeier im Festzelt hervor, bei der unter anderem NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sowie die Band The BossHoss für ausgelassene Stimmung sorgten. Zudem stieß die Neuaufstellung des traditionellen Pferdemarktes, der sich in diesem Jahr über vier Tage erstreckte, auf sehr positive Resonanz.
Auf dem Platz überzeugen laut Tibo Zywietz, stellvertretendem Fachbereichsleiter für Öffentliche Ordnung, vor allem die Neuheiten und Umplatzierungen. So verzeichnet die Geisterbahn „Diablos Residenz“ hohen Zulauf, ebenso wie das neue Cranger Weinzelt mit begleiteten Winzer-Weinproben und Club-Nights. Auf der Hauptstraße setzen das Riesenrad „High Sky“ und das Kinderfahrgeschäft „Brunos freche Fahrt“ neue Akzente, während auch Klassiker wie der Musikexpress „Disco Jet“ an ihrem neuen Standort sehr gut angenommen werden.
Einsatzbilanz von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst
Die Sicherheits- und Einsatzkräfte berichten von einem weitgehend friedlichen und normalen Kirmesverlauf:
Die Polizei meldete insgesamt 72 Einsätze, die sich größtenteils auf Hilfegesuche oder Vermisstensuchen erstreckten. Sechs Personen wurden aufgrund von Alkoholeinfluss und aggressivem Verhalten in Gewahrsam genommen. Zudem registrierten die Beamten 15 Körperverletzungen, zwei Verkehrsunfälle – darunter ein Zusammenstoß zwischen einem verbotswidrig auf dem Platz fahrenden E-Scooter und einem leicht verletzten Kind – sowie vier Widerstandshandlungen, von denen eine beim Festumzug schnell unterbunden wurde.
Das DRK verzeichnete bis Sonntagmittag 124 Hilfeleistungen. Bedingt durch die hohen Sommertemperaturen und lange Verweilzeiten kam es vermehrt zu Kreislaufproblemen. Das DRK verweist in diesem Zusammenhang auf die beiden kostenlosen Trinkwasserspender auf dem Gelände. Die Feuerwehr Herne berichtete von kirmesüblichen Einsätzen, verurteilte jedoch einen mutmaßlichen Notrufmissbrauch am Samstag, bei dem fälschlicherweise Personen im Rhein-Herne-Kanal gemeldet worden waren.
Ausblick auf das Abschlussfeuerwerk
Sowohl Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes e. V., als auch Patrick Arens, Präsident des Bundesverbands für Schausteller und Marktkaufleute, lobten das gelebte Wir-Gefühl und die hohe Aufenthaltsqualität auf dem Platz. Durch das sommerliche Wetter verzeichnen auch die Verkaufsstände ein sehr gutes Geschäft.
Ob das geplante Abschlussfeuerwerk am Sonntag, den 16. August 2026, um 22:30 Uhr stattfinden kann, wird kurzfristig vor Ort entschieden. Feuerwehrchef Dr. Christian Märkert erklärte, dass gemäß der Sicherheitsregel bei Wetterlagen mit Temperaturen über 30 Grad Celsius, Windgeschwindigkeiten über 30 km/h und einer Luftfeuchtigkeit unter 30 Prozent kein Feuerwerk gezündet werden darf.
