Rund 450 Gäste folgten der Einladung zum Neujahrsempfang der Stadt Herne.
Beim Neujahrsempfang im Herner Rathaus stand der Blick nach vorn im Mittelpunkt. Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda begrüßte rund 400 geladene Gäste sowie 50 ausgeloste Bürgerinnen und Bürger. Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Medien nutzten den Abend zum Austausch. Inhaltlich prägten Stadtentwicklung, Wohnungsbau und wirtschaftliche Perspektiven den Auftakt ins neue Jahr.
In seiner Ansprache zog Oberbürgermeister Frank Dudda eine Bilanz des vergangenen Jahres. Er verwies auf Fortschritte bei zentralen Stadtentwicklungsprojekten. Dazu zählen der Bau der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung im FunkenbergQuartier, das Transformationszentrum Georessourcen und Ökologie sowie der Start der Öffentlichkeitsbeteiligung zu Blumenthal hoch3.
Mit Blick auf aktuelle Studien betonte Dudda die wirtschaftlichen Effekte der Quartiersentwicklung. Nach Angaben des Wirtschaftsforschungsinstituts IW Consult könnten allein im FunkenbergQuartier mehr als 1.800 Arbeitsplätze entstehen. Zudem seien zusätzliche Wirtschaftskraft und steigende Steuereinnahmen zu erwarten.
Wohnungsbau und Standortfaktoren
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Wohnungsmarkt. Mehrere Projekte befinden sich nach Angaben der Stadt in der Umsetzung oder kurz vor der Genehmigung. Genannt wurden unter anderem das Projekt H3, das Quartier Reichsstraße sowie Vorhaben an der Wiescherstraße, Nordstraße und im Bereich Eschpark.
Der Oberbürgermeister stellte den Zusammenhang zwischen Arbeitsmarkt und Wohnraum heraus. Herne behauptet laut aktuellem Städteranking der WirtschaftsWoche erneut seine Position als Ausbildungsstandort. Attraktiver Wohnraum solle diese Entwicklung unterstützen.
Im Gespräch mit Moderator Martin von Berswordt-Wallrabe rief Dudda zu Zuversicht auf. Trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen setze die Stadt weitere Akzente. Dazu zählen die Kulturmeile in Wanne im Rahmen der Manifesta, die Umgestaltung der Bahnhofsareale sowie weitere Quartiersentwicklungen, etwa in Baukau.
Stimmen aus Stadtgesellschaft und Wirtschaft
Viele Gäste bewerteten den Abend positiv. Ludger Kleyboldt, Geschäftsführer des NWB Verlags, sieht in den angestoßenen Projekten Chancen für die Stadt. Besonders im FunkenbergQuartier seien Entwicklungen bereits sichtbar.
Auch Vertreter aus Kultur und Wissenschaft nutzten den Empfang zum Netzwerken. Melanie Wunsch, neue Leiterin des LWL-Museums für Archäologie und Kultur, kündigte an, den Fokus künftig stärker auf Familien und Schulen zu legen.
Aus der Wirtschaft blickte Hubertus Fiege, Geschäftsführer der Familienbrauerei Fiege, auf ein herausforderndes Jahr zurück. Gleichzeitig lobte er die Herner Stadtentwicklung als Beispiel für Zusammenarbeit im Ruhrgebiet. Ähnlich äußerte sich Carla Fiege, die die regionale Verbundenheit des Unternehmens betonte.
Politische Einschätzungen
Vertreter der Lokalpolitik hoben den Dialogcharakter der Veranstaltung hervor. Bundestagsabgeordneter Hendrik Bollmann sprach von einem wichtigen Signal für den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft. Auch CDU-Kreisvorsitzender Christoph Bußmann verwies auf die Bedeutung langfristiger Projekte wie Blumenthal hoch3 und die geplante Seilbahn.
Der Neujahrsempfang bot Raum für Gespräche und Perspektiven. Maurice Schirmer, Geschäftsführer der Funkenberg Entwicklungsgesellschaft mbH, fasste den Abend als persönlichen Jahresauftakt mit Blick nach vorne zusammen.
