Nach dem Aus in Herten ist der RevuePalast Ruhr zurück: Mit einer emotionalen Premiere im Revierpark Gysenberg feierte das Showtheater am Freitagabend seine glanzvolle Wiedereröffnung – inklusive technischem Nervenkitzel und stehenden Ovationen.
Herne hat ein neues kulturelles Highlight. Mit der Premiere der Show „Like A Phoenix“ ist der RevuePalast Ruhr offiziell an seinen neuen Standort am Revierpark 18 gezogen. Wo früher auf Squash-Courts geschwitzt wurde, regieren nun Glitzer, Pailletten und große Emotionen. Palastdirektor Marvin Boettcher investierte rund 750.000 Euro, um die Räumlichkeiten in ein barrierefreies Entertainment-Zentrum mit bis zu 600 Plätzen zu verwandeln.
Technischer Krimi vor dem ersten Vorhang

Foto: Sebastian Sendlak
Die Premiere verlangte dem Team und dem Publikum jedoch zunächst Geduld ab. Ein Computerdefekt kurz vor Beginn sorgte für eine 55-minütige Verspätung. Während die Technik „schwitzte“ und ein Ersatzrechner aus dem Mondpalast herbeigeschafft werden musste, überbrückte das RevuePalast-Orchester die Wartezeit.
Doch als Marvin Boettcher schließlich zu den Klängen von Robbie Williams’ „Let Me Entertain You“ die Bühne betrat, war der Ärger vergessen. „Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich in Herten gesagt: Wir sehen uns wieder“, rief er dem jubelnden Publikum zu. Er gab offen zu, lange nicht mit einem so schnellen Neustart gerechnet zu haben: „Bauzeit waren zweieinhalb Monate – wir haben den Strukturwandel geschafft.“
Auch Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda ließ es sich nicht nehmen, das neue Haus zu würdigen. Mit einem Augenzwinkern Richtung Paris stellte er fest: „Was hat Paris, was Herne nicht hat? Eine Seilbahn. Nee, ein Moulin Rouge! Herne ist jetzt Zweipalaststadt.“ Er lobte das kulturelle Engagement und betonte: „Herne kann ja Krise, da hat keiner gemeckert – ihr habt es am Ende gewuppt.“
Ein Ensemble zwischen Tradition und frischer Energie
Die Show selbst hielt, was der Titel versprach. Den Auftakt bildete die kraftvolle Hymne „Rise Like A Phoenix“. Zwar kämpfte die Technik zu Beginn noch mit der Synchronität, doch spätestens als die Künstlerin auf ihrem Podest die Robe fallen ließ und das gesamte Ensemble die Bühne füllte, sprang der Funke über.
Publikumsliebling Roxy, die bereits durch die Produktionen auf Ewald führte, moderierte gewohnt schlagfertig: „Wo früher mit Squashbällen gekämpft wurde, wird nun mit Glitzer geworfen.“ Sie erinnerte daran, dass dieser Abend ein „Phoenix aus der Asche“ sei. Unterstützt wurde sie von der Travestie-Ikone Jennifer Berlin, die in ihrem „Modesalon“ demonstrierte, was man aus fünf Metern Stoff zaubern kann, und dabei charmant mit den Tücken ihrer High Heels und der Bühnentreppe kokettierte.
Musikalische Highlights und artistische Vielfalt
Ein besonderer Gänsehaut-Moment gelang Sängerin Sabrina, die das ABBA-Stück „The Winner Takes It All“ live performte und für ihre starke Stimme bewundert wurde. Auch Markus Schneider sorgte für Lokalpatriotismus: Er präsentierte einen eigens geschriebenen Song über den RevuePalast, der seinen Ursprung in einem Radiospot zur Wiedereröffnung hatte.
Trotz kleinerer Längen im Mittelteil – etwa bei einer sehr ausgiebigen Striptease-Nummer im Renaissance-Gewand – hielt die Show die Zuschauer in ihrem Bann. Die Mischung aus Burlesque (u.a. Majestic Luxor), Luftakrobatik (Sabrina Püschel) und klassischen Revue-Elementen zeigte die ganze Bandbreite des neuen Ensembles.
„Wir sind wieder da!“
Zum Finale gab es kein Halten mehr: Standing Ovations für ein Team, das die neue Show in Rekordzeit realisiert hatte. „Ich hätte es verstanden, wenn ihr ‚Nein‘ gesagt hättet“, dankte Marvin Boettcher seinen Künstlern sichtlich bewegt.
Der RevuePalast Ruhr soll künftig mehr sein als nur ein Theater; er ist als Ort für Galas, Firmen-Events und Gastspiele konzipiert. Mit der Rückkehr des Illusionisten André Blake am 20. März steht das nächste Highlight bereits fest. Der Abend im Gysenberg hat bewiesen: Der Phoenix ist nicht nur gelandet, er fliegt wieder.
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Fotos: Sebastian Sendlak
