Ein Vortrag in Herne beleuchtet den „Kaffeelärm“ von 1781. Historiker Roland Linde spricht über Verbote, Widerstand und politische Kontrolle im 18. Jahrhundert.
Kaffee war im 18. Jahrhundert zeitweise verboten. Am Donnerstag, 19. Februar, um 19 Uhr widmet sich ein Vortrag im LWL-Museum für Archäologie und Kultur diesem Kapitel regionaler Geschichte. Im Mittelpunkt steht der sogenannte Paderborner „Kaffeelärm“ von 1781. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung wird zudem live im Internet übertragen.
Referent ist der Historiker und Publizist Roland Linde. Er nimmt das Publikum mit in eine Zeit, in der politische Kontrolle auch über Alltagsgewohnheiten ausgeübt wurde. Der zunehmende Kaffeekonsum der einfachen Bevölkerung stieß bei vielen Obrigkeiten auf Widerstand.
In zahlreichen Städten galten strenge Regeln. 1781 kam es in Paderborn zu Protesten gegen das Verbot. Der sogenannte „Kaffeelärm“ ging als Bürgeraufstand in die Geschichte ein. Der Vortrag fragt, was historisch belegt ist und was zur Legendenbildung gehört. Er ordnet die Ereignisse in die Umbruchszeit kurz vor der Französischen Revolution ein.
Teil der Ausstellung „Mahlzeit!“
Die Veranstaltung ist eingebettet in die Sonderausstellung „Mahlzeit! Wie Essen uns verbindet“, die vom 3. Oktober 2025 bis 13. September 2026 im Museum gezeigt wird. Die Ausstellung beleuchtet die kulturelle Bedeutung gemeinsamer Mahlzeiten – von historischen Festtafeln bis zu heutigen Essgewohnheiten.
Mehr als 300 Exponate veranschaulichen, wie Essen Fragen von Macht, Zugehörigkeit und gesellschaftlichem Wandel widerspiegelt. Gefördert wird die Ausstellung durch die LWL-Kulturstiftung.
Teilnahme vor Ort oder im Livestream
Der Vortrag ist kostenfrei. Wer nicht persönlich teilnehmen kann, hat die Möglichkeit, die Veranstaltung im Livestream über den YouTube-Kanal des Museums zu verfolgen. Die Aufzeichnung bleibt anschließend online abrufbar.
Öffentliche Führungen durch das Museum sind ebenfalls kostenlos, es fällt lediglich der reguläre Eintritt an. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre haben freien Eintritt.
