Führungen, Handwerk und eine lange Nacht voller Musik und Kulinarik: Das LWL-Museum für Archäologie und Kultur startet mit einem dichten Programm in den März.
Im März rückt das Museum in Herne das Thema Essen, Handwerk und Alltagskultur in den Mittelpunkt. Familienangebote, Spezialführungen und Workshops prägen das Programm. Hinzu kommen Vorträge und eine lange Museumsnacht mit freiem Eintritt. Viele Veranstaltungen greifen die aktuelle Sonderausstellung „Mahlzeit“ auf. Der Monat verbindet Wissensvermittlung mit praktischen Einblicken in historische Lebenswelten.
Familiensonntag und Führungen zur Esskultur
Den Auftakt bildet am 1. März der Familiensonntag unter dem Titel „Mit vollem Mund die Füße aufm Tisch“. Kinder zwischen acht und zwölf Jahren erfahren in einer Spezialführung, wie Tischsitten und Essgewohnheiten früherer Zeiten aussahen. Im Anschluss lernen sie in einem Servietten-Workshop Falttechniken, die den gedeckten Tisch verwandeln. Parallel dazu werden Führungen für Eltern und weitere Interessierte angeboten.
Die öffentliche Führung „gesucht. gefunden. ausgegraben.“ steht an allen Sonntagen im März um 13 Uhr auf dem Programm. Sie führt durch die Dauerausstellung und zeichnet anhand archäologischer Funde die Geschichte Westfalens nach. Zu sehen sind unter anderem ein in Mitteleuropa seltener Faustkeil aus Mammutknochen, der Schmuck der sogenannten Damen von Ilse sowie das Grab des Fürsten von Beckum.
Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, rückt eine Spezialführung durch die Sonderausstellung „Mahlzeit“ die Rolle von Frauen in Ess- und Trinkkulturen in den Fokus. Themen reichen vom griechischen Symposion bis zu gesellschaftlichen Zuschreibungen in der Neuzeit. Die reguläre Führung durch die Sonderausstellung wird an mehreren Sonntagen jeweils um 15 Uhr angeboten. Sie beleuchtet gemeinsames Essen als Ausdruck von Macht, Zugehörigkeit und sozialem Wandel – von prähistorischen Gemeinschaften bis in die Gegenwart.
Glasperlen, Schmiede und Musik
Praktische Einblicke bietet am 7. März das Kreativseminar „Bunte Pracht – Glasperlen selbst gemacht“. Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren erlernen die Technik des Glasperlenwickelns am Bunsenbrenner. Das Seminar kostet 45 Euro inklusive Material, hinzu kommt der Museumseintritt.
Am 15. März öffnet die „Schau-Schmiede“ im Innenhof. Museumsschmied Timo Haken demonstriert historische Schmiedetechniken und fertigt unter anderem Schwerter oder Kettenglieder. Fragen sind ausdrücklich möglich, der Eintritt ist frei. Ebenfalls an diesem Tag führt Spielmann Michel musikalisch durch die Dauerausstellung. Mit Liedern und Erzählungen schlägt er einen Bogen von der Urgeschichte bis in die Neuzeit und geht der Frage nach, wie Musik vergangener Epochen geklungen haben könnte.
Römische Tafelkultur und Lange Museumsnacht
Am 19. März steht ein Vortrag zur römischen Esskultur auf dem Programm. Dr. Josef Mühlenbrock, Leiter des LWL-Römermuseum, spricht über Speisen im Römerlager und Unterschiede zwischen einfacher Kost und Luxusgütern höherer Ränge. Begleitet wird der Abend von einer Lesung aus dem „Gastmahl des Trimalchio“. Der Vortrag ist kostenlos und wird live auf dem YouTube-Kanal des Museums übertragen.
Höhepunkt des Monats ist am 27. März die „Lange Nacht der Mahlzeit“. Von 18 bis 24 Uhr bleibt das Haus bei freiem Eintritt geöffnet. Geplant sind Führungen, Workshops und Musikbeiträge. Eine „Schnuppergrabung“ lädt Kinder und Erwachsene ein, selbst archäologisch tätig zu werden. Bands und Ensembles greifen das Thema Essen und Trinken musikalisch auf. Auch Cosplayer sind willkommen. Kulinarisch reicht das Angebot von italienischen Speisen bis zu Getränken im Museumscafé.
Informationen zum Besuch
Die öffentlichen Führungen sind kostenlos, es fällt lediglich der reguläre Museumseintritt an. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre haben freien Eintritt. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten bietet das Museum online.
