Rund 200 Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich am Auftakt zur Entwicklung von Blumenthal hoch3.

Der Beteiligungsprozess zum Stadtentwicklungsprojekt Blumenthal hoch3 ist angelaufen. Am Mittwochabend, 14. Januar 2026, kamen bis zu 200 Interessierte in der Sporthalle im Sportpark zusammen. In moderierten Gesprächsrunden wurden Fragen, Ideen und Erwartungen diskutiert. Die Veranstaltung markierte den offiziellen Start der Öffentlichkeitsbeteiligung.

Zu Beginn informierten Vertreter der Stadt Herne und der Projektentwicklungsgesellschaft über den aktuellen Stand der Planungen. Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda verwies auf die wirtschaftlichen Potenziale vergleichbarer Projekte. Zugleich erinnerte er an die Empfehlungen des Kommunalen Entwicklungsbeirats, die als Grundlage für die weitere Planung dienen. Ziel sei es, Arbeitsplätze, Aufenthaltsqualität, ökologische Aspekte und wirtschaftliche Entwicklung miteinander zu verbinden.

Dialog als zentrales Element

Stadtrat Stefan Thabe betonte den Zweck der Beteiligung. Der Ratsbeschluss zur Entwicklung von Blumenthal hoch3 sei gefasst, die konkrete Ausgestaltung solle nun gemeinsam mit der Bürgerschaft diskutiert werden. Der Fokus liege auf Anregungen und Ideen aus der Stadtgesellschaft.

Kern des Abends war die Arbeit an fünf Thementischen. Behandelt wurden die Bereiche Nutzung und Angebote, Klimaschutz und Klimaanpassung, Mobilität und Verknüpfung, Freiräume und Ökologie sowie Gestaltung und Identität. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und im Plenum vorgestellt.

Ronald Graf, Geschäftsführer der Blumenthal Entwicklungsgesellschaft Herne mbH, skizzierte das weitere Vorgehen. Die gesammelten Beiträge fließen nun in die Konkretisierung der Planungen ein. Diese sollen in zwei weiteren Beteiligungsveranstaltungen erneut vorgestellt und diskutiert werden.

Mit der Ausarbeitung ist das Büro „De Zwarte Hond“ beauftragt. Die international tätige Agentur für Städtebau und Architektur ist unter anderem durch Projekte zur Nachnutzung des Tempelhofer Feldes bekannt. Das Büro sieht in Blumenthal hoch3 eine Verbindung von Arbeitsplätzen, Grünflächen und innovativer Mobilität.

Konkrete Wünsche aus der Bürgerschaft

An den Thementischen sammelten sich zahlreiche Vorschläge. Im Bereich Mobilität wurde unter anderem eine Lösung für die Parksituation am Hauptbahnhof Herne-Wanne-Eickel gefordert, insbesondere im Zusammenhang mit der geplanten Seilbahnstation. Genannt wurden Park-and-Ride-Angebote, Fahrradabstellanlagen und der Schutz angrenzender Wohnstraßen.

Für die Gebäude wünschten sich viele Teilnehmende nachhaltige Baustoffe, begrünte Dächer und Fassaden sowie den Einsatz erneuerbarer Energien. Auch die Gestaltung der Freiflächen spielte eine große Rolle. Vorgeschlagen wurden Spiel- und Freizeitangebote, ein Wasserspielplatz, Naturlehrpfade, Fitnessangebote und Grillplätze. Gastronomie soll ganztägige Aufenthaltsqualität schaffen.

Wirtschaftlich wurde vor allem die Ansiedlung von Start-ups sowie kleinen und mittleren Unternehmen befürwortet. Veranstaltungsräume für Unternehmen fanden ebenfalls Zustimmung. Deutlich wurde der Wunsch nach einer ausgewogenen Mischung aus Arbeiten, Freizeit und Grünflächen.

Neben den großen Dialogveranstaltungen sind weitere Informations- und Gesprächsangebote vorgesehen. Am 20. Januar 2026 ist das Projekt auf dem Heinz-Rühmann-Platz am Hauptbahnhof Herne-Wanne-Eickel präsent, am 23. Januar 2026 auf dem Eickeler Wochenmarkt. Parallel läuft ein Online-Bürgerdialog über die Projektwebsite. Auch über soziale Netzwerke informiert das Projektteam fortlaufend über den Prozess.