Nur wenige Tage nach der glanzvollen Wiedereröffnung des RevuePalast Ruhr im Revierpark Gysenberg kehrte ein alter Bekannter zurück: Illusions-Star André Blake feierte mit seiner Show „Magic, Magic“ seine Premiere am neuen Standort.

Palastdirektor Marvin Boettcher, der die Show einst selbst mitproduzierte, begrüßte das Publikum mit einem Schmunzeln und einer Prise Ehrfurcht: „Ich dachte damals, ich wüsste, wie seine Tricks funktionieren. Aber das tue ich nicht. Ich glaube heute immer noch, dass der Mann wirklich zaubern kann.“ Dass diese Einschätzung nicht von ungefähr kommt, bewies der charismatische Nürnberger in den folgenden zwei Stunden deutlich.

Auf den Spuren der Legenden: Von Houdini bis Siegfried & Roy

André Blake, der bereits in TV-Formaten wie „Stars in der Manege“ Michael Mittermeier und Wigald Boning das Zaubern lehrte, schlug in seiner Show geschickt die Brücke zwischen Tradition und moderner Las-Vegas-Unterhaltung. Ein emotionales Highlight war seine Hommage an Siegfried & Roy.

Vor der berühmten „Origami“-Nummer erinnerte Blake an die japanische Symbolik der Kraniche: „1000 von ihnen bringen Glück.“ Mit technischer Präzision und ästhetischer Eleganz interpretierte der deutsche Vizemeister der Großillusion diesen Klassiker neu und zog das Publikum in seinen Bann.

Auch der Entfesselungskunst widmete er einen großen Block. Inspiriert von Harry Houdini, der nicht nur Ketten, sondern auch Flugzeuge liebte, präsentierte Blake eine Eigenentwicklung: Eine riesige, dröhnende Turbine auf der Bühne drohte, den Illusionisten einzusaugen. Ein Moment des kollektiven Atemanhaltens im Saal, der erst gelöst wurde, als der Magier unversehrt an anderer Stelle wieder auftauchte.

Interaktive Wunder und persönliche Träume

Trotz der großen Las-Vegas-Effekte blieb die Show nahbar. Blake betonte, dass es an diesem Abend um „die eigenen Träume“ gehe. Sein persönlicher Traum: ein eigenes Segelboot. Gemeinsam mit Zuschauerin Katarina „designte“ er auf der Bühne eben dieses Boot – untermalt von Joe Cockers Klassiker „Sail“. Die verblüffende Auflösung: Ein zuvor versiegelter Zettel im Umschlag zeigte exakt das Muster, das Katarina scheinbar willkürlich auf die Leinwand gesprüht hatte.

Auch Maria Christina, eine weitere Freiwillige aus dem Publikum, fand sich plötzlich im Rampenlicht wieder. In einer charmanten Seilnummer, die laut Blake seinen eigenen Weg zur Magie ebnete, zerschnitt sie Seile, die kurz darauf wie durch Geisterhand wieder unversehrt zusammenwuchsen – ein Trick, dessen Schnittgeräusche man bis in die letzten Reihen des Palasts hören konnte.

Ein gelungener Start in die Herner Spielzeit

Nach der technisch holprigen Eröffnungswoche des RevuePalasts verlief die Premiere von „Magic, Magic“ am Gysenberg nahezu reibungslos. Im Sommer wird das Theater weiter umgebaut, bevor im Herbst der nächste große Bauabschnitt folgt. Doch schon jetzt ist klar: Die Mischung aus Charme, Humor und Weltklasse-Illusion funktioniert auch am neuen Standort perfekt. Das Herner Publikum dankte es dem „Shootingstar der deutschen Magierszene“ am Ende mit Standing Ovations.