Am Freitag sind in Herne-Wanne gleich drei Betrugsfälle angezeigt worden. Betroffen waren hochbetagte Menschen. Die Täter kombinierten Telefonanrufe mit persönlichen Vorsprachen an der Wohnungstür. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Drei Fälle innerhalb weniger Stunden
Der erste bekannte Fall ereignete sich am frühen Nachmittag an der Claudiusstraße. Eine 80-Jährige erhielt einen Anruf eines angeblichen Bankmitarbeiters. Während des Telefonats erschien ein weiterer Täter an der Wohnungstür. Die Seniorin übergab ihre EC-Karte samt PIN.
Nur kurze Zeit später kam es an der Kolpingstraße zu einem ähnlichen Vorfall. Eine 88-Jährige wurde telefonisch kontaktiert. Ein Mann erschien anschließend persönlich und nahm die Bankkarte an sich. Erst als eine Angehörige hinzukam, verließ der Tatverdächtige die Wohnung.
Ein dritter Fall wurde am Stöckmannshof bekannt. Dort händigte ein 91-Jähriger nach einem betrügerischen Anruf ebenfalls Karte und PIN aus. In allen Fällen verschwanden die Täter unerkannt.
Täterbeschreibungen liegen vor
Die Tatverdächtigen sollen jeweils etwa 30 Jahre alt und rund 170 Zentimeter groß gewesen sein. Zeugen beschrieben sie als schlank bis sportlich. In mehreren Fällen sprachen sie akzentfreies Deutsch. Die Polizei prüft einen möglichen Zusammenhang zwischen den Taten.
Die Polizei weist darauf hin, dass Banken niemals telefonisch nach PIN oder TAN fragen. Auch die Abholung von Bankkarten an der Haustür ist unüblich und ein klares Warnsignal. Betroffene sollten Gespräche sofort beenden und keine Fremden in die Wohnung lassen.
„Betrüger setzen gezielt auf Zeitdruck und Verunsicherung“, heißt es aus Ermittlerkreisen. Besonders ältere Menschen stehen im Fokus der Täter.
Zeugen und Betroffene gesucht
Zeugen, die Hinweise zu den beschriebenen Personen geben können, werden gebeten, sich beim zuständigen Kriminalkommissariat zu melden. Auch verdächtige Anrufe sollten angezeigt werden. Im Ernstfall rät die Polizei, umgehend die eigene Bank zu informieren und Anzeige zu erstatten.
